1. Kommunale Open Government Konferenz

Sts Dammermann KOGK
Donnerstag, 6. September 2018

1. Kommunale Open Government Konferenz

Offene Kommunen.NRW lud zum offenen Austausch nach Köln

Am vergangenen Dienstag stand im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln alles im Zeichen des Open Governments. Offene Kommunen.NRW lud Interessierte aus dem ganzen Land ein, um gemeinsam zu diskutieren, wie ein offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln in den Kommunen in NRW umgesetzt werden kann. Als Partner der Veranstaltung unterstützte Open.NRW bei der Organisation und war auch selbst mit einem Stand und einer eigenen Session vor Ort.

„Es geht um nicht weniger als Transparenz, Teilhabe und Mitgestaltung zu fördern, um unsere Demokratie auf kommunaler und Landesebene zu stärken!“ Mit diesem Appell richtete sich Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, an die vielen Interessierten, die am 4. September in Köln zusammenkamen, um gemeinsam über kommunales Open Government in NRW zu sprechen. Die an diesem Tag stattfindende kommunale Open Government Konferenz war die erste ihrer Art – doch vermutlich nicht die letzte. Denn das Interesse war groß. Über 200 Open-Government-Interessierte aus dem ganzen Land fanden sich in Köln ein, um sich einen ganzen Tag über die Möglichkeiten eines offenen Regierungshandelns auszutauschen.

Auch wenn Open Government nicht immer auf digitale Hilfsmittel angewiesen ist, war die Digitalisierung bei der Konferenz ein omnipräsentes Thema. Nicht zuletzt, weil die Landesregierung die Zivilgesellschaft derzeit in einem offenen Beteiligungsprozess zur Kommentierung des Entwurfs einer Strategie für das digitale NRW einlädt. „Wir müssen Digitalisierung gemeinsam denken und gestalten,“ erklärte Staatssekretär Dammermann und forderte damit auch die Open-Government-Community auf, das Beteiligungsangebot anzunehmen und ihre Vorstellungen und Wünsche für ein digitales und offenes Nordrhein-Westfalen einzubringen. Doch die Digitalisierung ist auch ein Hilfsmittel, um das Land und die Kommunen für ihre Bürgerinnen und Bürger transparenter zu machen. Das zeigte sich an diesem Tag immer wieder.

Miteinander reden, statt vortragen

Die von den Anwesenden geforderte Offenheit spiegelte sich auch im Ablauf der Veranstaltung wider. Die erste Kommunale Open Government Konferenz war keine zuvor festgelegte Aneinanderreihung von Vorträgen, sondern offen für die Ideen und Impulse des Publikums. Auf die einleitenden Reden und Vorträge von Anke Knopp und Dieter Hofmann von den Offenen Kommunen.NRW, Sabine Möwes, Leiterin der Stabstelle Digitalisierung der Stadt Köln, Staatssekretär Christoph Dammermann und Franz-Reinhard Habbel, Publizist und ehemaliger Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, folgte die für ein Barcamp obligatorische Session-Planung. Dabei konnten alle, die eine Idee für eine Session hatten, diese dem Publikum vortragen. Fanden sich genug Interessierte, wurde der Vorschlag in die Session-Planung aufgenommen. Der Pool an Vorschlägen war dabei ähnlich groß, wie das Interesse des Publikums sich zu den unterschiedlichsten Themen auszutauschen. Die 24 möglichen Sessions waren schnell geplant. Eine kleine Besonderheit für alle Anwesenden war natürlich die Session von Herrn Beuß, dem CIO des Landes. Er lud das Publikum ein, sich mit Ihm darüber zu unterhalten, wie Land und Kommunen das Thema Open Government gemeinsam noch besser voranbringen können.

Die Wege zu einer digitalen und offenen Verwaltung

Mit der ersten Frage, wie E-Government und Open Government besser zusammengedacht werden könnten, traf Herr Beuß direkt den Nerv der Anwesenden. Denn es gab Stimmen, die lieber eine Trennung der beiden Themenkomplexe sehen würden. Viele waren aber überzeugt, dass eine moderne und eine offene Verwaltung stets zusammen gedacht werden sollten, um voneinander zu profitieren. Denn gerade Themen wie Open Data können als Innovationstreiber in den Verwaltungen fungieren. Anders herum können die Bürgerinnen und Bürger unkomplizierter in digitale Prozesse eingebunden werden. Dass die Menschen bei der Modernisierung der Verwaltung und beim nötigen Kulturwandel zu mehr Offenheit mitgenommen und beteiligt werden müssen, darin waren sich alle Anwesenden nämlich einig.

Kommunen und Land sind zusammen stärker

Wie der Anspruch eines offenen Regierungs- und Verwaltungshandelns gemeinsam von Land und Kommunen vorangetrieben werden kann, wurde in der zweiten Hälfte der Session intensiv diskutiert. Viele waren sich einig, dass die Kommunen die Unterstützung und manchmal auch einen „Schubs“ durch das Land bräuchten. Dabei ging es nicht nur um finanzielle Hilfen, sondern auch um den Aufbau von Netzwerken und einen stärkeren Austausch. Mit dem Open Government Pakt haben Land und Kommunen dafür bereits einen entscheidenden Grundstein gelegt, auf dem derzeit unterschiedlichste Maßnahmen aufgebaut werden. Mit den zehn Pilotkommunen, welche durch Open.NRW gefördert wurden, wurde beispielsweise gezeigt, wie Open Government auch in kleinen Kommunen umgesetzt werden kann. Es war der Wunsch vieler Anwesenden diese Zusammenarbeit in Zukunft weiter auszubauen, damit Open Government in NRW zunehmend in die Fläche getragen werden kann. Ein Wunsch den auch Herr Beuß gerne mitnahm.

Open Government ist Vielfalt

Wie vielfältig die Initiativen und Projekte bereits sind, zeigte sich nicht nur in den Sessions, bei denen viele interessante Ansätze und Ideen präsentiert wurden, sondern auch durch den Markt der Möglichkeiten. Insgesamt 23 Aussteller präsentierten dort die ganze Vielfalt von Open Government. Portale für offene Daten waren dabei genauso vertreten wie eine Initiative für freie und quelloffene Software oder ein Citizen Science Toolkit zur Messung von Luftschadstoffen. Mit „Politik bei uns“, einem interkommunalen Transparenzportal für Gremiendaten, und „mein Stadtarchiv“, einem digitalen und interaktiven Archivportal, waren auch zwei Pilotkommunen des Projekts „Kommunales Open Government in NRW“ vertreten. Natürlich war auch die Geschäftsstelle Open.NRW mit einem Stand vor Ort, um die vielfältigen Publikationen zu verteilen und den offenen Austausch zwischen Land und Kommunen zu ermöglichen.

Wir müssen weiter voneinander lernen

Die präsentierte Vielfalt zeigte, dass NRW beim Thema Open Government bereits auf einem guten Weg ist. Die vielen Initiativen und Akteure, aber auch Projekte wie das Pilotprojekt „Kommunales Open Government in NRW“, zeigen, dass Open Government auf allen Ebenen umgesetzt werden kann und einen Mehrwehrt für die Verwaltung mit sich bringt. Die Landesregierung will Open Government kommunal und auf Landesebene nachhaltig verankern, das hat Staatssekretär Dammermann schon zu Beginn zugesichert. Auch die anwesenden Vertreter der Kommunen haben großes Interesse daran, das Thema bei sich vor Ort weiter voranzutreiben.

Das Feedback in der Abschlussrunde war daher sehr positiv, denn die vielen Open-Government-Interessierten konnten mit einem reich befüllten Korb an neuen Ideen und Impulsen nach Hause gehen. Und wer vom Thema nicht genug bekommen konnte, dem wurde abschließend noch der Besuch des Barcamps Offene Kommunen.NRW ans Herz gelegt. Dieses findet wie jedes Jahr Anfang November in Wuppertal statt.

 

Dokumentation der Veranstaltung

Autor: Johannes Bayer
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