Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung: E-Government in Nordrhein-Westfalen

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Dienstag, 25. August 2015

Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung: E-Government in Nordrhein-Westfalen

16. ÖV-Symposium 2015

Unter dem Motto „Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung“ fand das 16. ÖV-Symposium am 20. August statt. Rund 600 Besucher und Besucherinnen und 50 Referenten und Referentinnen füllten die historische Stadthalle in Wuppertal. Neben zahlreichen Ausstellern rund um das Thema E-Government, luden etwa 40 Vorträge in Form von moderierten Praxisforen zur Diskussion ein. Helmut Binder der Materna GmbH und Rainer Ullrich der INFORA Gmbh begrüßten das Publikum und regten den offenen Austausch zwischen den Kommunen an. 

Schirmherr der Veranstaltung, Hartmut Beuß, Chief Information Officer (CIO) des Landes Nordrhein-Westfalen eröffnete die Veranstaltung mit appellierenden Worten an die Teilnehmer und Teilnehmerinnen: „Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung. Jetzt erst?“ Beuß merkte an, dass die Entwicklungen in den letzten Jahren schon gute Fortschritte gemacht haben, besonders habe sich viel seit dem ÖV-Symposium 2014 getan. So müsse es nun auch in den kommenden Jahren weiter vorangehen.

Digitale Gesellschaft und digitale Verwaltung

„Eine digitale Verwaltung ist die Antwort auf eine digitale Gesellschaft“, erklärte Beuß in seinem Eröffnungsreferat. Um eine digitale Verwaltung auch zu ermöglichen müssen erst rechtliche Rahmenbedingungen geschafft werden. Das E-Government-Gesetz ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ebnet den Weg für eine digitale Verwaltung. Noch bis zum 31. August kann der Gesetzesentwurf von der interessierten Öffentlichkeit bewertet und kommentiert werden. Um die digitale Verwaltung voranzubringen, sei mehr kommunale Zusammenarbeit nötig, erklärte Beuß dem Publikum. Besonders wichtig sei hier die Standardisierung von Prozessen, Insellösungen wirken dem Fortschritt entgegen.

Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal und Vorsitzender des Städtetags NRW für die kommunalen Spitzenverbände, Peter Jung, hob in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung die Geschwindigkeit hervor in denen Innovationen im Bereich E-Government auftreten. Wichtig sei vor allem die Prozessoptimierung durch IT-Einsatz in den Verwaltungen, so Jung. Auch von den Kommunen wurde eine Standardisierung von Prozessen und Systemen gefordert, um die Arbeitsweisen und die Vernetzung zwischen den Kommunen zu verbessern.

Open Government Pakt für NRW

Christian Dinnus, Leiter der Geschäftsstelle Open.NRW ermutigte alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, sich nicht nur an der Konsultation zum E-Government-Gesetz zu beteiligen, sondern stellte auch die Online-Konsultation zum Open Government Pakt für NRW vor. Das von der Arbeitsgruppe Opven Government, bestehend aus Vertretern der drei Kommunalen Spitzenverbände, des Dachverbands Kommunaler IT-Dienstleister (Zweckverband KDN) und Vertretern der Landesverwaltung, entworfene Eckpunktepapier enthält alle gemeinsamen Ziele und Maßnahmen für den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den NRW-Kommunen im Bereich Open Government. Das Eckpunktepapier steht nun vier Wochen lang unter open-gov-pakt.nrw.de für die Öffentlichkeit und Fachexperten zur Konsultation bereit.

Kommunale Zusammenarbeit für Open Data

Sven Hense von der Stadt Bonn und Jayan Areekadan von der Stadt Köln berichteten in ihrem Praxisforum über den Erprobungsraum Rheinland für innovative, vernetzte Verwaltung. Zusammen gründeten unter anderem die Städte Aaachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln, Solingen, der Landschaftsverband Rheinland, der Landkreis Euskirchen, der Rhein-Erft-Kreis und der Rhein-Sieg-Kreis die Initiative. Zusammen wollen sie die Kooperation bei der Entwicklung und Durchführung von Pilotprojekten neuer IT-Angebote für Verwaltung, Politik und Gesellschaft  weiter voranbringen. Als Wirtschaftsstandort bietet das Rheinland zahlreiche IT-Dienstleister, die den Weg zur digitalen Verwaltung begleiten. Die Schwerpunkte der Kooperation beinhalten die folgenden Themen: Aufbau einer offenen Bildungsinfrastruktur, mobile und vernetzte Verwaltungsdienste in der Region und offene Verwaltungsdaten. Der Erprobungsraum Rheinland ist ein weiteres Beispiel für erfolgreiche Kooperation zwischen Kommunen im Bereich Open Data.

Jährlich treffen sich Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung um sich über Best-Practice-Beispiele, Strategien, Trends und Erfahrungen zum Thema E-Government auszutauschen. Auch verschiedene Aussteller nutzten das ÖV-Symposium, um ihre Ideen den Experten nahe zu bringen. Das diesjährige 16. ÖV-Symposium hat erneut erfolgreich zu regen Diskussionen, weiterer Zusammenarbeit und neuen Projekte geführt.

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