BMVI Data Run 2018: Smarte Lösungen für emissionsarme Mobilität

3rd BMVI Data-Run
Dienstag, 13. März 2018

BMVI Data Run 2018: Smarte Lösungen für emissionsarme Mobilität

Auf dem 3. BMVI Data-Run wurden innovative und kreative Angebote entwickelt, die die Nutzung umweltfreundlicher Mobilitätsangebote vereinfachen und attraktiver machen.

Teams aus ganz Deutschland folgten der Einladung des BMVI nach Berlin und hackten 24 Stunden lang an intelligenten Lösungen für die städtische Mobilität.

Pünktlich zum weltweiten Open Data Day lud das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) am 2. und 3. März zum dritten Mal in Folge zum BMVI Data-Run ins Ministerium ein. Innerhalb von 24 Stunden galt es, intelligente und emissionsarme Mobilitätslösungen auf Basis offener Daten zu entwickeln. Gewonnen haben die Teams Omnibus Prime (Kategorie Wirtschaftlichkeit), das Team Stream (Kategorie Kreativität) und FahrradWetter (Community-Preis). Für die Geschäftsstelle Open.NRW saß Dr. Björn Fleischer in der Jury.

Die drei Gewinnerteams 

„Wir kamen ohne konkrete Ideen nach Berlin und gehen mit einem Projekt, das wir definitiv weiterverfolgen werden“, freute sich Dominik Riemer von Team Stream, den Gewinnern des Preises in der Kategorie „Kreativität“. Der von ihnen entwickelte mCLOUD-Mobilitäts-Bot hilft Nutzerinnen und Nutzern proaktiv dabei, die beste Mobilitätsoption für bevorstehende Wege zu finden und unterstützt sie darin, gewohntes Mobilitätsverhalten neu zu denken. Die durch den Bot generierten Vorschläge für einen individuellen Mobilitätsmix basieren auf Daten zur aktuellen Verkehrslage, Baustellen und Wettervorhersagen. Nicht nur das hohe Innovationspotenzial überzeugte die Jury – die Idee beeindruckte auch durch die Kreativität der Lösung, der Vielzahl der genutzten Daten und insbesondere durch die Nutzerfreundlichkeit der angebotenen Routing-Lösung.

Der Preis in der Kategorie Wirtschaftlichkeit ging an das Team OmnibusPRIME, das sich die Incentivierung der ÖPNV-Nutzung zur Aufgabe machte. Nutzerinnen und Nutzer können mit OmnibusPRIME ihre geplante Route auf Umweltbelastungen prüfen und bekommen bei hoher Belastung die Empfehlung, das Auto stehen zu lassen und erhalten stattdessen ÖPNV-basierte Alternativvorschläge. Um den Umstieg möglichst attraktiv zu gestalten, bietet OmnibusPRIME den Nutzerinnen und Nutzern eine Vergünstigung beim Kauf eines Tickets für den ÖPNV an und arbeitet mit Belohnungssystemen. Die Jury hob neben der einfachen Realisierbarkeit der Idee insbesondere die Skalierbarkeit und die breite Wirkung hervor. Durch die positiven Umweltwirkungen und die Möglichkeiten der Fahrgaststeuerung ließen sich volkswirtschaftliche Kosten von Mobilität signifikant senken, so die Jury.

Publikum und Teilnehmende wählten das Team FahrradWetter mit dem Communitypreis zu ihrem Favoriten. Die App gibt Radfahrenden (und denen, die es werden wollen) alle notwendigen Wetterinformationen, die für die täglichen Wege mit dem Fahrrad relevant sind. Ziel ist es, ganzjährig ein Pendeln mit dem Fahrrad zu ermöglichen, indem sich die Nutzerinnen und Nutzer durch Regenprognosen auf die aktuelle Wetterlage vorbereiten können. Das Projekt überzeugte durch seinen praktischen und direkten Nutzen für die Menschen in der Stadt.

Alle drei Gewinnerteams bekamen je ein Preisgeld in Höhe von 1.000€ überreicht und möchten ihre Projekte auch in Zukunft weiterverfolgen.

Hacken unter besten Bedingungen

Nach dem Motto „Smarter Verkehr beginnt nicht mit künstlicher Intelligenz. Sondern mit echten Ideen“ wurde im Erich-Klausener-Saal des BMVI in Berlin 24 Stunden lang getüftelt, gegrübelt und natürlich gecodet. Insgesamt 17 Teams machten sich auf die Suche nach Lösungen für eine smarte und emissionsarme Mobilität von morgen – immer auf Basis der zur Verfügung stehenden offenen Daten.

Bis in die späte Nacht hinein – und für manche Teams auch durch die Nacht hindurch – wurde mit hohem Engagement an Innovationen und Optimierungsideen für städtische Mobilität gearbeitet. Nach Ablauf der 24 Stunden hatte jedes Team drei Minuten Zeit, um sein Projekt dem Publikum und der siebenköpfigen Expertenjury zu präsentieren. Wie die Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär in ihrer Eröffnungsrede betont hatte, wurde durch die Besetzung der Jury auch ein enger Bezug zur Start-Up-Community gesichert.

NRW als Partner des BMVI Data-Runs

Als Partner des Hackathons stellte neben Berlin auch die Stadt Bonn gemeinsam mit Open.NRW eine Vielzahl an Daten bereit und ermöglichte dadurch eine zielgerichtete Bearbeitung kommunaler Verkehrs- und Umweltproblematiken. Die umfangreichen Daten aus NRW wurden von der Stadt Bonn, dem Verkehrsbund Rhein-Sieg (VRS) sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) zur Verfügung gestellt.

Sven Hense, Leiter IT-Anwendungen der Stadt Bonn, stand als Datenpate während der Veranstaltung für Fragen und Hintergrundinformationen zur Verfügung. Bonn steuerte die Daten des städtischen Open-Data-Portals bei und ermöglichte so auf kommunalen Daten basierende Lösungen. Veranstaltungen wie der BMVI Data-Run zeigen, wie und wofür offene Daten genutzt werden können und wo noch Datenbedarf herrscht, so Hense. Ebenfalls als Datenpate vor Ort war Sascha Reichert vom LANUV. Er unterstütze die Teilnehmenden insbesondere bei Fragen rund um die bereitgestellten Daten zur landesweiten Lärmkartierung und Luftqualitätsüberwachung. Auch er sieht große Potenziale im Feedback zur Nutzung der Daten sowie in den Ergebnissen des BMVI Data-Runs. Sowohl die Daten der Stadt Bonn als auch die vom LANUV flossen mit in die entwickelten Ideen ein.

Auch die Geschäftsstelle Open.NRW war vor Ort mit dabei. Dr. Björn Fleischer, Leiter der Geschäftsstelle, war Mitglied der Jury des BMVI Data-Runs und zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen: „Es waren zahlreiche interessante Ideen und Konzepte dabei, die enorme Potentiale für eine zukunftsfähige und emissionsarme Mobilität eröffnen.“ Mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern des Landes und der Kommunen sowie vielen bekannten Gesichtern aus der Open-Data-Community war die Open-Data-Szene aus NRW prominent vertreten. „Das zeigt uns, dass NRW beim Thema Open Data in der ersten Liga mitspielt“, so Fleischer.

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