Bürger vernetzen Nachbarschaften – Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel

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Mittwoch, 28. Februar 2018

Bürger vernetzen Nachbarschaften – Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel

Das Modellprojekt legt einen Grundstein für bessere Lebensqualität durch Nutzung digitaler Werkzeuge in Stadtteilen, Quartieren und Dörfern in Nordrhein-Westfalen.

In dem landesweiten Modellprojekt „Bürger vernetzen Nachbarschaften. Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel“ wurde die Vielfalt bürgerschaftlichen Engagements aufgegriffen und zum Anlass genommen, digitale Werkzeuge in der Praxis zu testen. Der Grundstein für diese Pionierarbeit wurde vor zwei Jahren gelegt. Die Ergebnisse werden jetzt veröffentlicht.

Engagement von Bürgerinnen und Bürgern hat viele Gesichter, Formen und Themen. In der Quartiersentwicklung reichen diese von der Integrationsarbeit über barrierefreies Leben und Wohnen, Grünflächenkonzepte bis zum Klimaschutz. In dem landesweiten Modellprojekt „Bürger vernetzen Nachbarschaften. Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel“ wurde in den letzten beiden Jahren diese Vielfalt aufgegriffen und in der Praxis getestet, wie die Zukunft der Nachbarschaftshilfe und Quartiersentwicklung mit Hilfe digitaler Werkzeuge gestaltet werden kann.

Zu Beginn des Projektes wurden von 46 Bewerbern 14 Vereine und Bürgerinitiativen ausgewählt. Sie definierten zusammen mit einem Projektteam digitale Werkzeuge und Ressourcen, analysierten, erlernten, testeten und bewerteten in der Alltagspraxis. Das Ergebnis ist ein Fundus digitaler Tools, die die Arbeit von Bürgerinitiativen und Vereinen auf unterschiedlicher Art und Weise unterstützen und vereinfachen kann.

Ohne bürgerschaftliches Engagement geht es nicht

Zum Hintergrund: Bürgerschaftliches Engagement ist ein wichtiger und unersetzbarer Teil unserer Gesellschaft. Es bereichert Politik und das Zusammenleben in den Städten und Gemeinden. Ohne dieses Engagement können die wachsenden Anforderungen nicht mehr bewältigt werden.

Vor allem in der Quartiersentwicklung spielt das Ehrenamt und Bürgerbeteiligung auch in Form von Nachbarschaftshilfe eine zunehmend wichtige Rolle. Sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Regionen unseres Landes ist die Unterstützung, Vernetzung und Kooperation von Nachbarn entscheidend für die Lebensqualität. Sie wertet das eigene Zuhause und die Heimat im Quartier auf.

Ehrenamt ist unbezahlt, freiwillig und nicht zuletzt aufwendig. Viele der ausgewählten Bürgerwerkstätten berichteten von umfassenden zeitlichem Engagement. Das hat auch Auswirkungen auf den Nachwuchs: Nur wenige junge Menschen engagieren sich im Bereich von bürgerschaftlichem Engagement. Ein niedrigschwelliger und offener Zugang und die Möglichkeit, sich spontan oder temporär begrenzt zu beteiligen sind Anforderungen, die für die Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements von immer größerer Bedeutung sein werden.

Lebensqualität mit Hilfe digitaler Werkzeuge verbessern

Im Rahmen des Modellprojektes des Ministeriums für Heimat, Kommunales Bau und Gleichstellung wurde dementsprechend der abstrakte Begriff der Digitalisierung durch eine Vielzahl von Workshops und Schulungen zusammen mit den bürgerschaftlichen Initiativen für die Praxis konkret definiert. Mit Hilfe digitaler Instrumente können bürgerschaftliche Initiativen so gestärkt werden, dass sie Lebensqualität in Stadtteilen, Dörfern und Quartieren verbessern. Zusammen mit Kommunen und Verwaltung können örtliche Strategien entwickelt werden. Die Zusammenarbeit und der Austausch, sowie das voneinander Lernen gewinnt an Bedeutung.

Die Ergebnisse dieses Projektes sind ab sofort in der Arbeitshilfe „Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel“ und der Broschüre „Bürger vernetzen Nachbarschaften – Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel“ zusammengefasst als Download verfügbar.

Autorin: Dominique Bielen
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