Sie sind hier

Das war der Open.NRW Kongress

Gespeichert von M.Jansen am 04. November 2016
Unterzeichnung des Open Government Pakts auf dem Open.NRW Kongress am 26. Oktober 2016 in Duisburg
Freitag, 04. November, 2016 – Das war der Open.NRW Kongress
Offene Daten, Bürgerbeteiligung, Zusammenarbeit: Dieser Tag stand ganz im Zeichen von Open Government. Spannende Projekte, neue Impulse und das alles vor einer beeindruckenden Kulisse.
1 Bewertung
 
Von: 
Katharina Matzke

Riesenhohe Betonwände, eine Hängetreppe aus Stahl, gigantische Kessel, Pumpen und Kompressoren - Inmitten dieser Kulisse hängen jetzt große Monitore an den Wänden, Menschen tippen auf ihren Smartphones, werfen noch einmal einen Blick in das Programm oder schicken einen Tweet raus. Man spürt den Wandel der Technik, die Veränderung, den Aufbruch.

Ein guter Ort, um über Open.NRW zu sprechen: den Aufbruch hin zu mehr Bürgerbeteiligung, mehr Zusammenarbeit, die Öffnung von Daten und über allem steht natürlich das Thema Digitalisierung. Mehr als 200 Menschen sind der Einladung von Hartmut Beuß, dem Beauftragten der Landesregierung für Informationstechnik, gefolgt und haben in der stillgelegten Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg Nord gemeinsam über Vergangenheit und Zukunft von Open.NRW diskutiert.

Land und Kommunen unterschreiben Open Government Pakt

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft wurde direkt an diesem Tag getan. So haben Land und Kommunen live auf der Bühne den Open Government Pakt für Nordrhein-Westfalen unterschrieben. Mit der Vereinbarung vertiefen und verstärken sie ihre digitale Zusammenarbeit. „Ein wichtiges Signal“, betonte Innenminister Ralf Jäger. Für die kommunalen Spitzenverbände in Nordrhein-Westfalen erklärten Verena Göppert, stellvertretende Geschäftsführerin des Städtetages NRW, Dr. Martin Klein, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages NRW, und Andreas Wohland, Beigeordneter des Städte- und Gemeindebundes NRW: „Die Kommunen sehen sich seit langem der Erwartung ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie der ansässigen Unternehmen gegenüber, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Informationen, Statistiken und Daten zu allen Lebensbereichen anzubieten. Denn damit fördern sie Demokratie, Bürgernähe und Wirtschaftsfreundlichkeit. In der Tat wollen die Städte, Kreise und Gemeinden, dass Bürgerinnen und Bürger sich informieren, sich eine fundierte Meinung bilden und Beteiligungschancen angemessen wahrnehmen können.“ Verbandsvorsteher Guido Kahlen erklärte für den Dachverband kommunaler IT-Dienstleister: „Uns muss es gemeinsam gelingen, durch wechselseitige Öffnung der Daten-Silos und durch die digitale Vernetzung die in den Administrationen vorhandenen Datenschätze zu erschließen – zum Nutzen der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Verwaltung selbst.“

Wie wichtig und erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen ist, zeigte nicht zuletzt die erst kürzlich getroffene Vereinbarung zu den Geobasisdaten. Ab dem 01. Januar 2017 kann jede/r die digitalen Geobasisdaten des Landes und der Kommunen in Nordrhein-Westfalen auf dem Open.NRW Portal kostenlos herunterladen.

Gewinner des NRW Hackathons knüpfen Kontakte

Darüber freuen sich vor allem Startup-Unternehmerinnen und Unternehmer, junge App-Entwickler, wie Michael Tjupalow und Theo Steinhardt, die an diesem Tag sogar mehrfach Grund zur Freude hatten. Mit ihrer Idee für einen Chatbot, der durch den Dschungel von Verwaltungsanträgen hilft, haben die beiden Dortmunder den NRW Hackathon gewonnen. Gemeinsam mit den Zweit- und Drittplatzierten wurden sie von Innenminister Ralf Jäger geehrt und nutzten den Kongress auch gleich, um Kontakte zu Verwaltung und Wirtschaft zu knüpfen. „Wir haben einige Visitenkarten in die Hand gedrückt bekommen“, sagte Theo Steinhardt. „Das motiviert uns jetzt natürlich noch viel mehr, an unserer Idee weiterzuarbeiten.“

Digitalisierung: „Wir können die Chancen nutzen.“

Auch viele andere haben den Open.NRW Kongress nicht nur genutzt, um sich zu informieren, sondern auch um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Hier trafen interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden, junge Entwicklerinnen und Entwickler, Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft und aus der Verwaltung von Land und Kommunen aufeinander. Allein zehn NRW-Ministerien waren vertreten. In einem Bistrotalk haben Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Bernd Neuendorf, Staatsekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär beim Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien über Open Government Projekte und die Nutzung der Digitalisierung in ihren Häusern gesprochen. "Wir haben mit der 'Digitalen Hochschule NRW' eine neue Plattform gegründet, auf der vielfältige Aktivitäten, die im Bereich Digitalisierung laufen, gebündelt, gesammelt und sichtbar gemacht werden", erklärt Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. "Wir können die Chancen, die in der Digitalisierung liegen, zum Beispiel in der Lehre nutzen."

Wie aus Daten Geschichten werden

Die Chancen der Digitalisierung nutzen, das will auch Journalist Rainer Striewski. Deshalb freut er sich, dass das Land und immer mehr Kommunen ihre offenen Daten den Bürgerinnen und Bürgern kostenfrei und maschinenlesbar zur Verfügung stellen. In einer Keynote berichtete er, wie Journalisten aus Daten spannende Geschichten machen, auf welche Probleme sie bei der Recherche stoßen, welche Tools sie benutzen, aber vor allem, was aus offenen Daten Tolles entstehen kann, von Beiträgen über den Zustand der eigenen Straße über eine Sportplatz-App bis hin zu Echtzeitdaten zur Bahn.

Breitbandgedöns: Familienministerium präsentiert neues Video

Ein Highlight des Tages war zudem die Premiere des Films „Breitbandgedöns“. Mit dem Video will das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport Aufmerksamkeit für das Thema „Digitalisierung“ schaffen und zum Dialog einladen: Was macht die Digitalisierung mit uns und was machen wir mit der Digitalisierung? Unter dem Motto „Lebensbildung Digital“ kann jede/r Ideen einbringen, wie man die Digitalisierung nutzen kann, um ganz unterschiedliche Lebensbereiche zu gestalten. Ein gelungenes Beispiel für Bürgerbeteiligung und Zusammenarbeit.

Gelebte Beteiligung

Beteiligung und Zusammenarbeit waren beim Open.NRW Kongress nicht nur zwei zentrale Themen, sondern auch Programm. So konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur in den drei Foren „Open Data“, „Partizipation“ und „Zusammenarbeit“ mit den Referentinnen und Referenten austauschen, sondern auch während der Veranstaltung mit dem Smartphone über ein Onlinepartizipationstool ihre Meinung einbringen. Daraus entstand zum Beispiel eine Wortwolke, die zeigt, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Open.NRW verbinden. ‚Transparenz‘, ‚Partizipation‘, ‚Vernetzung‘, ‚Beteiligung‘, ‚Dialog‘ und ‚Fortschritt‘ sind nur einige von vielen genannten Begriffen. „Die Meinungen und Ideen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind uns sehr wichtig“, sagt Hartmut Beuß, der Landesbeauftragte für Informationstechnik. „Dadurch wird Open.NRW erst lebendig. Deshalb möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die durch ihr Interesse und ihre Ideen zu einem gelungenen Kongress beigetragen haben.“

Der Kongress hat in vielen einzelnen Beispielen gezeigt, dass Open Government in Nordrhein-Westfalen angekommen ist und gelebt wird. Und trotzdem ist Open.NRW noch längst nicht am Ziel. Es geht weiter! Die Open.NRW Geschäftsstelle freut sich, diesen Weg gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen weiterzugehen.

LINKs

Pressemitteilung Open.NRW Kongress

Open Government Pakt

Geobasisdaten ab 2017 gebührenfrei

Der NRW Hackathon

Lebensbildung.digital

Die digitale Hochschule NRW