Den Nutzen von Open Data unter die Leute bringen

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Montag, 21. März 2016

Den Nutzen von Open Data unter die Leute bringen

Serie: OK Labs in Nordrhein-Westfalen

„Jetzt muss auch auf lokaler Ebene mehr auf den Nutzen von Open Data hingewiesen werden“, sagt das OK Lab Münster. Der Informationsaustausch untereinander und mit dem interessierten Publikum muss verbessert werden. Heute setzen wir unsere Reihe fort und stellen vor: das OK Lab Münster.

1. Vielen Dank, dass Sie sich für Open.NRW und ein Gespräch Zeit nehmen. Können Sie uns ein wenig über die Entstehung des OK Labs in Münster erzählen?


Das Lab ist damals zum Start von Code for Germany am Open Data Day 2014 in Münster von unter anderem Mila Frerichs, Daniel Kirsch und Gerald Pape gestartet worden.

2. Wer steckt hinter dem OK Lab Münster?


Wir sind eine kleine Gruppe, die vor allem aus hauptberuflichen Programmierern besteht, die sich auch gerne ehrenamtlich im Rahmen des OK Labs Münster mit Open Data beschäftigen. Vom Geoinformatiker bis hin zum Docker-Spezialisten haben wir viele unterschiedliche Mitglieder mit an Bord. Eine bunte Truppe zwischen Mitte zwanzig bis Anfang dreißig also. Auch ein Kommunikationswissenschaftler gehört zum Team, der zwar nicht allzu viel programmieren kann, aber bei der Organisation und Kommunikation von Projekten mithilft.

3. Wie viele Mitglieder hat das OK Lab und wie oft finden Treffen statt?


Wir treffen uns im wöchentlichen Rhythmus an unterschiedlichen Orten. Häufig in einem Café mit W-Lan. Hin und wieder aber auch in den Firmenräumen, die wir dann dankenswerterweise nutzen dürfen. Zu den Treffen kommen meist vier bis fünf Personen, manchmal auch mehr. Das kommt natürlich auch ein bisschen auf das Wetter in Münster an.

4. Welche Projekte finden derzeit im OK Lab Münster statt?


Natürlich bereiten wir gerade den Open Data Day 2016 vor. Ansonsten ist es derzeit ein wenig ruhiger und statt großer Projekte arbeiten wir an vielen kleinen Sachen, z. B. um den Informationsaustausch untereinander und mit dem interessierten Publikum zu verbessern.

5. Gibt es schon Projektideen oder Vorhaben für 2016?


Vor ein paar Monaten haben wir uns die anonymisierten Unfallstatistiken der vergangenen Jahre für die Stadt Münster durch eine Anfrage via fragdenstaat.de besorgt. Hierfür würden wir nun gerne eine geeignete Plattform schaffen, so dass sich die Bürger über Unfallschwerpunkte in Münster informieren können. In einer Stadt, in der sich Fußgänger und Autofahrer mit sehr vielen Fahrradfahrern die Straßen teilen, glauben wir so den Bürgern ein Werkzeug an die Hand zu geben, das Ihnen für den eigenen Alltag von Nutzen ist.

6. Sind Sie mit den anderen OK Labs in NRW oder auch bundesweit vernetzt? Finden Kooperationen statt?

Wir haben jüngst ein Redeployment der Leitungswasser-App vom OK Lab in Heilbronn für das Wasser in Münster vorgenommen. Über http://codeformuenster.org/trinkwasser/ können sich die münsteraner Bürger über die Trinkwasserqualität ihrer Stadt informieren. Zudem nehmen wir auch regelmäßig an Hackathons in NRW teil. Wir waren z. B. in Dortmund bei Hack your City und in Wuppertal bei dem Cyclehack. Außerdem sind wir durch Code for Germany mit anderen OK Labs vernetzt.

7. Was müsste Ihrer Meinung nach passieren, damit das Thema Open Data in der breiten Öffentlichkeit aber auch in der Politik besser angenommen wird?


Es sollte einfach noch deutlicher beworben werden, welche Vorteile Open Data hat und was sich schon heute damit alles machen lässt. Übersichten über diverse Projekte der OK Labs wie auf codefor.de sind hier ein erster Schritt, aber erreichen die breite Öffentlichkeit noch nicht. Vielen ist gar nicht bewusst, was für tolle Angebote aus den OK Labs entspringen. Die sind dann häufig erstaunt, wenn wir Ihnen zeigen, was wir da konkret machen. Wir versuchen natürlich Informationen via Twitter oder Facebook zu streuen, aber auch hier ist die Aufmerksamkeit leider noch recht gering.

8. Gibt es noch mehr, was NRW in diesem Bereich tun kann?


Auf Landesebene ist mit Open.NRW schon einiges geschehen. Jetzt muss auch auf lokaler Ebene mehr auf den Nutzen von Open Data hingewiesen werden. Durch Informationsfreiheitsanfragen ist es schon heute möglich an viele Daten zu kommen, aber dennoch liegen immer noch viele Informationen nicht maschinenlesbar vor oder werden nur sehr ungern von Behörden und Verwaltung herausgegeben. Das ist manchmal unglaublich schwierig da an die richtigen Ansprechpartner und Informationen zu gelangen. Wenn man hier ein verbessertes Bewusstsein auf Seiten der Verwaltung schafft und darauf dringt vorhandene Daten von selbst zu veröffentlichen, wäre das ein wichtiger nächster Schritt der den Mitgliedern der lokalen OK Labs und damit auch den Bürgern sehr weiterhelfen könnte.
 

9. Haben Sie Tipps für Open.NRW? Wie können wir die Zusammenarbeit und das Thema Open Data weiter voranbringen?


Zuallererst sollte ein Wandel in den Köpfen stattfinden. Daten die vom Staat erhoben werden, sollten automatisch als Open Data publiziert werden. Personenbezogene Daten natürlich ausgenommen. Open Data ist leider immer noch ein Henne-Ei Problem. Wenn es kaum Open Data-Anwendungen gibt, kann auch den Verantwortlichen schlecht belegt werden welche Vorteile ein Öffnen von Daten bringt. Generell sind die Bemühungen im Rahmen von Open.NRW aber schon mal ein erster guter Schritt, dem jetzt noch viele weitere folgen müssen. Hier bedarf es vor allem einer intensiven Kommunikation mit den Bürgern, denn wir alle und unser Gemeinwesen sind es ja, die von Open Data profitieren können und sollen.

10. Was würden Sie sich für die Zukunft für Open Data wünschen?


Dass noch mehr Leute zu unseren Treffen kommen und mithelfen und dass mehr Daten öffentlich verfügbar sind. Es gibt heute schon so viele Möglichkeiten wie wir auf lokaler Ebene zusammenarbeiten können und spannende Angebote für uns Bürger und das gemeinsame Miteinander zu erschaffen.
 

 


 

 

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