Die Open-Data-Region Rheinland

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Montag, 28. Januar 2019

Die Open-Data-Region Rheinland

Die Städte Bonn, Düsseldorf und Köln sowie die kommunale Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur haben eine interkommunale Kooperation zum Thema Open Data gestartet.

Ziel der interkommunalen Open-Data-Kooperation ist die gemeinsame Weiterentwicklung von Open Data auf kommunaler Ebene. Die informelle Zusammenarbeit soll dazu beitragen, Synergien zu nutzen und Ressourcen in der Region gezielter einsetzen zu können.

Mit der im November 2018 gestarteten Open-Data-Region Rheinland arbeiten die Städte Bonn, Düsseldorf und Köln sowie die kommunale Datenverarbeitungszentrale (kdvz) Rhein-Erft-Ruhr informell zusammen. Diese Zusammenarbeit ist so ausgestaltet, dass sich die Städte Bonn, Düsseldorf und Köln und die kdvz gegenseitig über ihre jeweiligen Projekte sowie über aktuelle und künftige Arbeitsfelder informieren. So können bei Überschneidungen Themen gemeinsam angegangen, Aufgaben geteilt und Synergien genutzt werden. Ressourcen werden damit gezielter eingesetzt, gleichzeitig wird eine schnellere fachlich-qualifizierte Umsetzung erreicht. Ein umfangreicher Erfahrungsschatz in den Bereichen Open Data und Civic Tech ist den Partnern bereits gewiss. So bringen sich die Städte Bonn, Düsseldorf und Köln sowie die kdvz beispielsweise als Vertreter für die Kommunen und für den Dachverband kommunaler IT-Dienstleister KDN im Arbeitskreis Open Government des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Schon 2017 waren die Städte Köln und Kerpen sowie die kdvz Teilnehmer des Pilotprojekts Kommunales Open Government des Landes NRW. Die Städte Köln, Bonn und die Gemeinde Merzenich sind Modellkommunen Open Government des Bundes. So sind die Teilnehmer fest in den Entwicklungen von Open Data in NRW verankert. Mit der Open-Data-Region Rheinland ist nun ein weiterer Baustein hinzugekommen, um Open Government in der Region und in Nordrhein-Westfalen zu stärken.

Bereiche der Zusammenarbeit

Wie können Daten einfacher exportiert und für Anwenderinnen und Anwender nutzbar gemacht werden? Wie kann der Umgang mit Open Data an Mitarbeitende der Städte vermittelt werden? Welcher Standard eignet sich für offene Wahldaten? Mit diesen und vielen weiteren Fragen rund um die Themen Open Data und Civic Tech befassen sich die Kooperationspartner der Open-Data-Region. Beispielsweise wurde eine gemeinsame Anleitung erarbeitet, wie Daten aus der Fachanwendung für den Bereich der Standesämter exportiert und für die Open-Data-Portale der Beteiligten nutzbar angepasst werden können. So sind die Daten in allen Portalen gleich strukturiert und können einfacher exportiert werden. Die Anleitung ist öffentlich zugänglich und bietet damit auch allen interessierten Verwaltungen Mehrwerte. Für eine verbesserte Nutzerfreundlichkeit ist außerdem die semantische Harmonisierung der Bezeichnung gleichgelagerter Datensätze wichtig. Um zu vermeiden, dass Metadaten, die sich unter DCAT-AP gliedern, aufgrund von unterschiedlichen Begrifflichkeiten nicht gefunden werden, sollen die Metadateneinträge angeglichen werden.

Ein weiteres gemeinsames Arbeitsfeld ist die Standardisierung von Informationen. Hier arbeitet die Kooperation aktuell an der Idee, einen Standard für offene Wahldaten zu entwickeln. Ebenso engagieren sich die Partner gemeinsam bei der Verbreitung des Standards „OPARL" für offene Ratsinformationsdaten. Neben dem Einsatz für Datenbereitstellerinnen und -bereitsteller sowie Datennutzerinnen und -nutzer möchte die Kooperation die Open-Data-Kompetenz in den eigenen Reihen ausbauen. Die Kommunen erarbeiten daher ein gemeinsames Informations- und Schulungskonzept für Verwaltungsmitarbeitende. Weitere Handlungsfelder und Ideen sind in Vorbereitung.

Stärkung des digitalen Ehrenamts

Alle drei Städte unterstützen schon seit längerem das digitale Ehrenamt. Beispielsweise werden offene Daten der Verwaltungen für den Austausch in den Open Knowledge Labs der drei Städte genutzt, welche aus dem Code for Germany Programm der Open Knowledge Foundation hervorgegangen sind. Auch die Unterstützung der Kommunalen Open Government Konferenz, die ehrenamtlich organisiert und durchgeführt wird, zahlt auf die Stärkung des digitalen Ehrenamts ein. Die Kooperation wirkt hier zum einen im Rahmen von personeller und finanzieller Unterstützung, zum anderen auch indirekt, indem Interessierten durch die Konferenz die Möglichkeiten des digitalen Ehrenamtes in NRW nähergebracht werden.

 

Autorin: Lena Marie Erdt
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