Ein offener Workshop über offene Daten

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Mittwoch, 15. November 2017

Ein offener Workshop über offene Daten

Die Open.NRW Geschäftsstelle hat beim Offene Kommunen.NRW Barcamp zum Austausch über das geplante Open-Data-Gesetz des Landes eingeladen

Der Bundestag hat in diesem Jahr ein Open-Data-Gesetz vorgelegt. Nun ist es Aufgabe der Länder mitzuziehen. Mit einem Open-Data-Gesetz für NRW soll die Veröffentlichung der Daten der Landesverwaltung weiter vorangetrieben und gesetzlich festgeschrieben werden. Beim Offene Kommunen.NRW Barcamp in Wuppertal konnten Interessierte ihre Meinungen und Wünsche der Open.NRW Geschäftsstelle mitgeben.

Es ist das jährliche Klassentreffen der Open Government Community in NRW: das Offene Kommunen.NRW Barcamp in Wuppertal. Zum siebten Mal trafen sich OpenData-Enthusiasten, kommunale Beteiliger, digitale Flaneure sowie andere Interessierte und Experten, um über Möglichkeiten und Chancen offener Kommunen zu diskutieren. Dieses Jahr stand dabei die Smart City im Fokus. Doch wie wird die City smart?

Ein Open-Data-Gesetz für NRW

Offene Daten spielen hierbei eine wichtige Rolle. Denn Open Data stellt eine Grundlage dar, um smarte Anwendungen und Lösungen für die Menschen einer Stadt entwickeln zu können. In Nordrhein-Westfalen werden bereits vielfältige Daten der Landesverwaltung veröffentlicht und Veranstaltungen wie der NRW Hackathon zeigen, was mit den Daten des Landes möglich ist. Um offene Innovationen und das offene Regierungshandeln voranzutreiben und auch gesetzlich festzuschreiben, beabsichtigt die Landesregierung ein Open-Data-Gesetz für NRW auf den Weg zu bringen.

Der Prozess steht noch am Anfang und der Open.NRW Geschäftsstelle ist viel daran gelegen, sich vor der Erarbeitung eines ersten Gesetzesentwurfs mit der Open Government Community auszutauschen. Beim Barcamp in Wuppertal am 11. November 2017 hatten Interessierte Offene Kommunen.NRW daher die Möglichkeit, ihre Meinungen und Wünsche einzubringen.

Offenheit sollte der Regelfall sein

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussion waren sich in einem Punkt schnell einig: Die Offenheit der Daten sollte der Regelfall sein und der Grundsatz Open-by-default sollte in einem Open-Data-Gesetz des Landes festgeschrieben werden. Dabei wurde auch der Wunsch geäußert, dass Daten lieber zeitnah veröffentlicht werden sollten, als auf ihre Bestform zu warten. Ein Open-Data-Gesetz für NRW sollte demnach auch den kulturellen Wandel in der Landesverwaltung zu mehr Offenheit und Transparenz stärken.

Damit der kulturelle Wandel auch von der Zivilgesellschaft begleitet werden kann, sollte bei der Formulierung des Gesetzes auch auf die Verständlichkeit des Textes geachtet werden. Denn nur wenn die Bürgerinnen und Bürger das Gesetz verstünden, könnten sie die Umsetzung unterstützen und Feedback an die Verwaltung geben. Ein möglicher Rückkanal für Datenanfragen oder zur Rückmeldung über die Datennutzung wurde ebenfalls als Wunsch geäußert.

Welche Daten sind wichtig?

Eine Intention des Open-Data-Gesetzes ist es, die Veröffentlichung möglichst vieler Daten aus der Landesverwaltung sicher zu stellen. Bei der Diskussion wurde schnell klar, dass es dabei nicht alleine um die Quantität der verfügbaren Datensätze geht. Entscheidend für die Nutzung, gerade in mobilen Anwendungen, ist vielmehr die Datensparsamkeit, so dass der Download redundanter Daten vermieden werden kann. Als Ansatz hierfür wurde der Einsatz offener Schnittstellen genannt. Solche Schnittstellen, ihre Standardisierung und ihre Dokumentation sollten nach Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussion im Gesetz festgeschrieben werden.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern war auch bewusst, dass nicht alle Daten der Landesverwaltung veröffentlicht werden können. Besonders personenbezogene Daten gelte es zu schützen und es sei sicher zu stellen, dass keine De-Anonymisierung von Daten möglich ist. Ein Open-Data-Gesetz sollte aber auch beachten, dass weitere Ausnahmeregelungen, wie etwa des Urheberrechts, nicht die Vielfalt an offenen Datensätzen beschneiden oder die Veröffentlichung fälschlicherweise verhindern.

Vielfalt fördern, aber nur an der richtigen Stelle

So wichtig Vielfalt im Kontext von Open Data an vielen Stellen ist, so störend ist sie in anderen Punkten. So sollte durch ein Open-Data-Gesetz für mehr Einheitlichkeit und Standardisierung gesorgt werden. Nicht nur bezüglich der Datenbereitstellung, der Metadaten und Lizenzen, sondern auch bei den Gesetzen der einzelnen Bundesländer. Nur wenn es eine einheitliche Vorstellung von Open Data gebe, seien die unterschiedlichen Datensätze auch nutzbar und einfach kombinierbar. Dafür sollte sich die Landesregierung an bestehenden Gesetzen und Standards orientieren, aber auch die Chance ergreifen, eine „Blaupause“ für andere Länder zu liefern.

Und wie geht es jetzt weiter?

Der Workshop beim Offene Kommunen.NRW Barcamp war der erste Schritt im Erarbeitungsprozess eines Open-Data-Gesetzes für NRW. Die Wünsche und Anregungen werden nun ausgewertet und fließen in die interne Abstimmung der Landesverwaltung und damit in die Erarbeitung eines ersten Gesetzesentwurfs ein. Auch während der Erarbeitung ist die Open.NRW Geschäftsstelle an ihren Anregungen interessiert. Sie haben Feedback, weiter Stellungnahmen oder eine Frage zum Gesetz? Dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail!

Weitere Informationen

Autor: Johannes Bayer
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