Tagung Offene Kommunen.NRW 2015 im November – Geht doch!

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Wednesday, 4. November 2015

Tagung Offene Kommunen.NRW 2015 im November – Geht doch!

Dieter Hofmann von OKNRW im Interview

Am 14. und 15. November findet zum 3. Mal die Tagung Offene Kommunen.NRW statt. Dieses Jahr treffen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger in Wuppertal und diskutieren unter dem Motto „Geht doch!“ über Beteiligung, Engagement, Kooperation und Transparenz. Im Interview berichtet uns der Initiator der Tagung, Dieter Hofmann, was es mit der Initiative und der Tagung auf sich hat. 

Lieber Herr Hofmann, vielen Dank, dass Sie sich für Open.NRW und ein Gespräch Zeit nehmen. Können Sie uns kurz erklären, was es mit Offene Kommunen.NRW auf sich hat?

Offene Kommunen.NRW (OKNRW) ist eine Veranstaltung, die in jährlichem Turnus in Wuppertal stattfindet. Inhaltlich geht es um Open Government und Open Data in Kommunen, wobei wir immer versuchen, den Aspekt der Offenheit in den Vordergrund zu rücken. Viele der Teilnehmer aus ganz NRW kommen zur Tagung, weil sie sich für IT-Lösungen interessieren, aber alle Teilnehmer verbindet das Interesse an der Stärkung und Weiterentwicklung der kommunalen Demokratie, der Selbstverwaltung und Selbstorganisation. Wir wollen die Grenzen von Transparenz, Engagement, Kooperation und Beteiligung ausloten, von guten Beispielen lernen und gemeinsame Projekte anschieben. Wir wollen auch zeigen, wie IT an vielen Stellen helfen kann, gesellschaftliche Probleme zu lösen, weshalb wir ein jährliches Schwerpunktthema haben; im letzten Jahr Energie, in diesem Jahr Flüchtlinge.

Auf der kommunalen Ebene trifft die Politik auf die Lebenswelt der Bürger, deshalb muss sich die Open Government-Strategie der Landesregierung natürlich auch hier auswirken. Wir arbeiten seit Jahren dafür, dass wir hier vorankommen und haben hohe Erwartungen an den Open Government-Pakt, der die Zusammenarbeit von Land und Kommunen fruchtbar machen soll. OKNRW ist aber auch der Twitteraccount @OKNRW über den ich ganzjährig Informationen zum Thema streue und hoffentlich Anregungen für Diskussionen liefere. Und schließlich ist OKNRW die Community der Menschen und Organisationen, die die Veranstaltung alljährlich möglich machen. OKNRW ist eine zivilgesellschaftliche Initiative ohne Geschäftsmodell, die zeigt, dass durch Offenheit positive Veränderung möglich ist.

Was können wir beim Barcamp am 14. und 15. November erwarten?

OKNRW ist eine Tagung im Barcamp-Format, das heißt, dass wir das Programm erst am Veranstaltungstag selbst gemeinsam mit den Teilnehmern aus ihren Angeboten und Fragen erarbeiten. Der Slogan „Geht doch!“ deutet schon an, dass es darum geht zu zeigen wie man Open Government und Open Data in Kommunen umsetzen kann. Das Programm wird so bunt sein, wie die Teilnehmerschar selbst. Wir erwarten Schüler und Studenten, Rentner, Verwaltungsmitarbeiter, Wissenschaftler, Unternehmer, Landes- und Kommunalpolitiker, engagierte Bürger und Technikaffine. Wir werden 3 bis 4 parallele Reihen mit stündlich wechselnden Workshop-Sessions haben, so dass zu jeder Zeit für jeden etwas dabei ist. Auf dem Planungspad, das über die Veranstaltungswebseite www.oknrw.de verlinkt ist, werden bereits Themenvorschläge gesammelt. Einen Rückblick auf die letztjährige Tagung findet man hier.

Neu ist in diesem Jahr der zweite Veranstaltungstag. An diesem wollen wir möglichst an konkreten Lösungen arbeiten. Eine der größten Herausforderungen in den Kommunen ist derzeit die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen. Deshalb wollen wir uns genau anschauen, welche IT-Tools und Apps Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstorganisation bieten können und wie wir sie für den Einsatz vor Ort nutzbar machen können. Hierbei knüpfen wir direkt an die Arbeit des Berliner Refugeehackathons von Ende Oktober an.

Stehen in Zukunft weitere Veranstaltungen oder Projekte an?

Wir wollen auf jeden Fall OKNRW weiterhin im jährlichen Turnus veranstalten und die Zusammenarbeit mit den Open Knowledge Labs aus NRW forcieren. Wir wollen nach Kräften mithelfen, der Open Government-Community in NRW Struktur und Handlungsfähigkeit zu verleihen. Wenn der Open Government-Pakt dafür einen geeigneten Rahmen bietet, dann wäre das ideal.

Was würden Sie sich für Open Data in der Zukunft wünschen? Was muss noch getan werden, um Open Data weiter voranzubringen?

Bisher haben nur sehr wenige Menschen eine Vorstellung davon, welches Potential zur gesellschaftlichen Entwicklung mit Open Data verbunden ist. Wichtig ist deshalb, dezentral in der Zivilgesellschaft, in den Kommunen, den Gliederungen der Landesverwaltung, den wissenschaftlichen Einrichtungen, den Parteien etc. Kompetenzen aufzubauen und von guten Beispielen zu lernen. Die Verwaltung selbst ist der potentiell größte Nutzer und Nutznießer von Open Data, sollte also mutig vorangehen und zeigen wie damit Prozesse vereinfacht und Problemlösungen erleichtert werden. Wir wollen dabei helfen und haben deshalb in diesem Jahr zu OKNRW einen Fachmann aus Holland eingeladen , der uns etwas darüber erzählen wird, wie in dortigen Kommunen Probleme mit Open Data gelöst werden.

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