Straßen.NRW beteiligt frühzeitig

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Monday, 17. December 2018

Straßen.NRW beteiligt frühzeitig

Transparente und partizipative Straßenplanung in NRW

Frühe und transparente Information und Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern kann helfen Infrastrukturmaßnahmen erfolgreicher und effizienter zu planen. Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) zeigte in den vergangenen Wochen mit mehreren Veranstaltungen, wie das Open-Government-Prinzip einer offenen Verwaltung die Straßenplanung in NRW bereichert.

Erst reden, dann planen – unter diesem Motto beweist das Projekt Rheinspange 553 bereits seit über einem Jahr, dass frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung das Verständnis zwischen den Interessensgruppen steigert und zu mehr Akzeptanz führt. Nun setzt Straßen.NRW bei weiteren Infrastrukturvorhaben auf frühzeitige und transparente Information und Beteiligung.

In NRW wird derzeit vielerorts das bestehende Straßennetz erweitert und modernisiert, denn die Verkehrsinfrastruktur im Land befindet sich an ihrer Belastungsgrenze. Effiziente und schnelle Planungsprozesse sind da unabdingbar. Der Erfolg von Infrastruktuvorhaben hängt jedoch nicht nur vom Willen der Politik und der zuständigen Behörden ab, sondern auch die Beteiligung der Öffentlichkeit ist ein wichtiger Faktor. Dabei geht es nicht nur darum, die öffentliche Akzeptanz durch eine transparente und nachvollziehbare Planung zu stärken. Durch frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung können Risiken in der Planung sowie Interessenskonflikte früher erkannt und gemeinsam Lösungen erarbeitet werden.

Um von diesen Vorteilen profitieren zu können, setzt Straßen.NRW mittlerweile bei vielen Projekten auf frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. In den vergangenen Wochen wurden insgesamt drei Vorhaben der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und in unterschiedlichen Formaten mit den Menschen der Region diskutiert.

46sieben – Im Dialog neu starten

Den Anfang machte am 4. Dezember in Menden ein Infomarkt zum Start des Planungsdialogs zum Projekt 46sieben. Im Rahmen dieses Projektes soll mit Hilfe einer neuen Straßenverbindung zwischen Hemer und der A445 bei Neheim der Verkehrsfluss verbessert und die Region entlastet werden. Das Projekt wird bereits seit langem diskutiert. Straßen.NRW möchte mit einem umfassenden Planungsdialog nun einen Neustart versuchen. Um zu klären wie die Menschen der Region an der Planung beteiligt werden möchten, hat Straßen.NRW in den vergangenen Monaten mit den betroffenen Interessengruppen, Verbänden, der Wirtschaft und den Kommunen gesprochen. Zudem wurden eine repräsentative telefonische Umfrage und ein Workshop mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Die so gesammelten Ideen für den Planungsdialog, wurden nun zusammen mit weiteren Informationen zum Projekt auf einem öffentlichen Infomarkt in Menden vorgestellt.

Das Interesse am Projekt 46sieben und den künftigen Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten war groß. Doch die Menschen der Region kamen nicht nur, um sich zu informieren, sondern sie wollten sich auch austauschen. An den unterschiedlichen Themeninseln entwickelten sich immer wieder konstruktive aber auch kritische Gespräche zwischen den Anwesenden und den Expertinnen und Experten von Straßen.NRW. Für Straßen.NRW war die Veranstaltung damit nicht nur eine gute Möglichkeit die vielfältigen Fragen der Menschen zu beantworten, sondern auch eine Chance zuzuhören. Mit Hilfe der vielfältigen Anregungen und Rückmeldungen wird nun ein Beteiligungskonzept ausgearbeitet, damit der Planungsdialog zum Projekt 46sieben im neuen Jahr erfolgreich weitergeführt werden kann.

A46 im Bereich Wuppertal – Infomesse am 7. Dezember in der Historischen Stadthalle

Dass frühzeitige und transparente Information die Basis für erfolgreiche Beteiligung ist, zeigte auch die Infomesse am 7. Dezember in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Dort informierten sich Bürgerinnen und Bürger über die anstehenden Bauvorhaben der A46 um Wuppertal.

Bereits im Spätsommer hatten bei der Veranstaltung zur Hansa-Galerie Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern stattgefunden, bei denen viele Aspekte des Vorhabens besprochen werden konnten. Ein intensiver und frühzeitiger Dialog mit der Öffentlichkeit ist für Straßen.NRW auch bei diesem Projekt ein wichtiges Anliegen

Die öffentliche Infomesse am Freitag wurde von fast 400 Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Wuppertal besucht. An sieben verschiedenen Themeninseln tauschten sie sich intensiv mit den Expertinnen und Experten von Straßen.NRW zu Aspekten wie Fahrstreifenerweiterungen, Brückenbau und -erhaltungsmaßnahmen, Lärmschutzsanierungen oder zur komplexen Frage der Baustellenkoordination aus. Auf Plakaten und Kartenmaterial konnten die Besucherinnen und Besucher die geplanten Baumaßnahmen und die Abläufe der Verfahren nachvollziehen und direkt Fragen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Straßen.NRW stellen.

Großes Interesse bestand vor allem an den unterschiedlichen Darstellungen und Ausführungen zu den einzelnen Baubereichen. Sowohl direkte Anwohnerinnen und Anwohner als auch Verkehrsteilnehmende konnten sich einen Überblick über die anstehenden Auswirkungen der Großbaustellen machen, konkrete Fragen und Themen diskutieren und aus der Unterschiedlichkeit der Perspektiven Anregungen für die mehrjährigen Bauphasen geben.

Im Jahr 2019 wird der Beteiligungsprozess zur Hansa-Galerie mit Nachbarschaftsforen, Fachdialogen und einer Info-Veranstaltung fortgeführt (siehe Grafik).

Prozess A46 Wuppertal
Prozess A46 Wuppertal
Monday, 17. December 2018

Forum Brücken.Zukunft.NRW – Gemeinsam Brücken bauen

Nicht erst seit dem Brückenunglück in Genua im Sommer dieses Jahres stehen die Brücken als Nadelöhr der Verkehrsinfrastruktur in NRW im Fokus der öffentlichen Debatte. Viele der alten Brücken im Besitz des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalen müssen in den nächsten Jahren saniert oder erneuert werden. Droht NRW deshalb ein Brückenkollaps? Diese Frage diskutierten am 11. Dezember 2018 die mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums Brücken.Zukunft.NRW bei einer Fahrt auf dem Rhein zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Während das Schiff mehrere Brücken im Bereich Köln/Leverkusen passierte, stellte die Gastgeberin Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin von Straßen.NRW, die Brückenstrategie des Landesbetriebes vor. Gleichzeitig nutzten die anwesenden Expertinnen und Experten das Gesprächsangebot, um die konstruktiven und kritischen Fragen der Teilnehmenden zu beantworten. Für Straßen.NRW war die Veranstaltung darüber hinaus eine Chance, den Argumenten der Branche zuzuhören, um so die für alle Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit zu stärken.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung stellte Straßen.NRW das Thema Brücken in den Fokus seiner Kommunikation. Mit einer Themenwoche über die Sozialen Medien machte der Landesbetrieb das Thema transparent. Neben tagesaktuellen Hinweisen zu Sperrung und Staus wurden interessierten Bürgerinnen und Bürgern Information rund um das Thema über Facebook und Twitter zu Verfügung gestellt. Interessante Fakten zur Brückenprüfung und -nachrechnung standen dabei ebenso im Fokus wie die spielerische Herangehensweise an das Thema über Filme und Quizze.

Um zu demonstrieren, wie die Prüfung einer Brücke von statten geht, lud Straßen.NRW die Presse zur Hauptprüfung der Ruhrtalbrücke an der A45 bei Schwerte ein. Die Journalistinnen und Journalisten bekamen die Möglichkeit selbst in den Brückenhohlkasten sowie Hubsteiger zu steigen und sich von Brückenprüfern ihr Handwerk erklären zu lassen. Die Facebook-Community konnte die Brückenprüfung durch einen Dreh vor Ort zudem live verfolgen.

Alle drei Veranstaltungen zeigen beispielhaft, dass die Informations- und Beteiligungsangebote von Straßen.NRW von den Menschen und Interessensgruppen der jeweiligen Region gerne und mit großem Interesse genutzt werden. Open Government ist damit nicht nur Selbstzweck, sondern kommt dem Bedürfnis der Öffentlichkeit nach mehr Teilhabe und Mitsprache entgegen. Straßen.NRW kann wiederum besser, effizienter und schneller planen.

Autor: Jan Loges, Theresa Dorn & Johannes Bayer
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