Offene Daten für Groß und Klein

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Monday, 15. July 2019

Offene Daten für Groß und Klein

So war es beim Open Data Day in Düsseldorf

Am 5. Juli luden das OK Lab Düsseldorf und das Open-Data-Team der Stadt Düsseldorf zum Open Data Day in die Zentralbibliothek ein. Zum zweiten Mal wurde der internationale Aktionstag in der Landeshauptstadt mit zahlreichen Vorträgen und Workshops gefeiert.

Es war beachtlich, was die Veranstalterinnen und Veranstalter des diesjährigen Open Data Day in Düsseldorf auf die Beine gestellt haben. Die Besucherinnen und Besucher konnten zwischen 20 verschiedenen Workshops und Talks wählen, sich an sechs verschiedenen Informationsständen aufhalten und zum Schluss an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Digitales Engagement – Chancen und Grenzen“ teilnehmen. Über zu wenig Input konnte keiner klagen. Dieses Jahr lag das Augenmerk auf dem Zusammenspiel von Open Data und digitalem bürgerschaftlichen Engagement. In diesem Rahmen gab es auch einige Sessions zu Open Government in der Verwaltung und in NRW im Speziellen.

NRW in bundesweiter Vorreiterrolle

Wenn es um offene (Verwaltungs-)Daten geht, geht es immer auch um Open Government. Nordrhein-Westfalen hat in diesem Bereich den anderen Bundesländern bereits einiges voraus, wie Karl-Matthias Pick und Clarisse Schröder von Offene Kommunen NRW (OK NRW) sowie Sandra Schlesiger (Geschäftsstelle Open.NRW) in ihrer Session zum zweiten Nationalen Aktionsplan der Open Government Partnership (OGP) gemeinsam aufzeigten. Sie berichteten über den Beteiligungsprozess, der in NRW Anfang des Jahres startete, um gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern Maßnahmen für diesen Plan zu erarbeiten. Die Referentinnen und Referenten ließen durchblicken, dass viele der vorgeschlagenen Maßnahmen in den Beitrag des Landes Nordrhein-Westfalen einfließen werden.  Dieser wird in den nächsten Wochen an die Bundesregierung übermittelt. Im Herbst steht dann fest, wie der zweite Nationale Aktionsplan konkret aussieht. Aktuell zeichnet sich ab, dass Nordrhein-Westfalen voraussichtlich das einzige Bundesland sein wird, das Selbstverpflichtungen für den Plan einreicht. 

Wir werden Sie auf unserem Open.NRW-Portal hierzu selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

Die bunte Welt der offenen Daten – gut zum Kochen und zum Lernen!

Neben öffentlichen Verwaltungen, privaten Unternehmen und Akteuren der Zivilgesellschaft stellten auch Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten eigene Projekte vor, die mit offenen Daten arbeiten. Wie diese nicht in öden Datenwüsten enden, sondern ganz praktisch Einzug in den Alltag finden können, zeigte ein Studierendenteam der Heinrich-Heine-Universität. Das Team erläuterte, wie mithilfe von Open Data saisonal und regional gekocht werden kann. Neben Rezeptideen sammelten sie zunächst Informationen zu Blüte- und Reifezeiten von Früchten und dazu, wo sie in Düsseldorf zu finden sind. Im Anschluss bereiteten sie die Daten ansprechend auf ihrer Webseite auf, damit es mit dem Kochen sofort losgehen kann.

Auch im Schulunterricht werden offene Daten vermehrt genutzt – allerdings noch immer viel zu selten, wie Thomas Nolte, ehemaliger Lehrer aus Moers, in seinem Vortrag zum Projekt DatenmachenSchule anmerkte. Dies liege auch an den bestehenden Berührungsängsten der Lehrenden, wenn es um die Nutzung des Internets und dessen Möglichkeiten im Unterricht geht. Hier bietet das Projekt konkrete Handlungshilfen und Tools für interessierte Lehrerinnen und Lehrer. Mehr Informationen hierzu finden Sie auch in einem unserer anderen Artikel zum Projekt.  

Datenwelten zum Anfassen

Natürlich konnte auch dieses Jahr wieder fleißig gebastelt und ausprobiert werden, was nicht nur den kleinen Gästen in der Zentralbibliothek sehr gefiel. Dass Programmieren kinderleicht sein kann, zeigte sich im Workshop zum Minicomputer Calliope-Mini. Neben den Workshops zum Bau von Feinstaubsensoren und blinkenden Postkarten erfreute sich auch der bibliothekseigene 3D-Drucker im LibraryLab großer Beliebtheit. Dieser gehört zum festen Bestand der Bibliothek, also schauen Sie doch einmal vorbei!

Auch dieses Jahr war der Open Data Day in Düsseldorf sehr gelungen. Ein Tipp für alle, die im kommenden Jahr auch mal dabei sein wollen: Nehmen Sie Ihre Familie und Freunde mit! Es gibt so viel zu entdecken, dass man fast bedauert, sich nicht zweiteilen zu können.

Autor: Susanne Possinger

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