IT-Planungsrat veröffentlicht Referenzarchitektur für E-Partizipationssoftware

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Freitag, 20. April 2018

IT-Planungsrat veröffentlicht Referenzarchitektur für E-Partizipationssoftware

Eine Handreichung für erfolgreiche E-Partizipation

IT-Planungsrat veröffentlicht mit der Referenzarchitektur für E-Partizipationssoftware eine Handreichung, die technischen Standards für erfolgversprechende Online-Beteiligung setzt und Open Government in Deutschland weiter voranbringt. Die Veröffentlichung wurde in einem dialogischen Prozess durch die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Förderung des Open Government“ unter Federführung der Open.NRW Geschäftsstelle erarbeitet.

Beteiligungen über Karten, das Sammeln von Ideen oder Rückmeldungen zu Texte – es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten Bürgerinnen und Bürger über das Internet am Regierungshandeln und an der politischen Entscheidungsfindung zu beteiligen. Eine Vielzahl an technischen Lösungen und Plattformen helfen der Politik, Verwaltungen und Vorhabenträgern dabei, dem Wunsch der Bevölkerung nach mehr politischer Teilhaber entgegenzukommen und dabei die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Trotz dieser Vielfalt an Anbietern und der langjährigen Erfahrung bei der Konzeption, Planung und Umsetzung von Beteiligungsverfahren gab es bisher keine Handreichung für Verwaltung und Vorhabenträger, die sich auf technische Anforderungen für digitale Öffentlichkeitsbeteiligung konzentriert und Hinweise zu wichtigen Basisfunktionen oder sinnvollen Weiterentwicklungen gibt.

Eine Handreichung für erfolgreiche E-Partizipation

Der IT-Planungsrat schließt mit der Referenzarchitektur für E-Partizipationsplattform diese Lücke und stärkt damit auch das Open Government in Deutschland. Die in einem dialogorientierten Prozess erarbeitete Handreichung bietet die Skizze für ein Gesamtsystem für digitale Öffentlichkeitsbeteiligung und setzt technischen Standards für deren erfolgversprechende Konzeption und Umsetzung. Sie umfasst dabei wichtige und nützliche Funktionen für unterschiedliche Beteiligungsszenarien genauso wie nicht-funktionale Bausteine einer Softwarearchitektur. Diese umfassen unter anderem Maßnahmen zum Datenschutz und relevanter Schnittstellen zu Arbeitsprozessen und IT-Diensten in der Verwaltung.

Diese Beschreibung einer Softwarearchitektur soll die behördeninterne Entscheidungsfindung unterstützen und die Grundlage für notwendige Leistungsbeschreibungen für eine möglichst große Anzahl an Anwendungsfällen liefern. Sie richtet sich damit sowohl an Behörde und Vorhabenträger, die neu in die Thematik E-Partizipation einsteigen wollen als auch an solche, die ihr bestehendes Angebot erweitern und modernisieren wollen. Mit der Referenzarchitektur können die Verantwortlichen ihre Online-Beteiligungsangebote ausbauen und gleichzeitig nutzerfreundlicher sowie effizienter gestalten.

Im partizipativen Prozess zu einer Handreichung für E-Partizipation

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Förderung des Open Government“ erarbeitete die Handreichung mit Hilfe eines mehrstufigen partizipativen Prozesses, der zahlreiche Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Genehmigungsbehörden, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Vorhabenträger, Planungsbüros und Träger öffentlicher Belange mit einbezogen hat. Ihre Aussagen und Empfehlungen wurden in regelmäßigen Sitzungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppen unter Leitung der Geschäftsstelle Open.NRW diskutiert, strukturiert, weiterentwickelt und schließlich in die Referenzarchitektur eingearbeitet.

Im ersten Schritt wurde die aktuellen Anwendungsszenarien und Verfahrenseigenschaften von Online-Beteiligung identifiziert und durch umfassende Experteninterviews validiert. Im nächsten Schritt wurde Anfang 2017 der Blick auf die Potenziale von E-Partizipations-Tools durch einen Design-Thinking-Workshop mit Studierende, Doktoranden sowie Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen noch einmal geweitet. Die so erarbeiteten Vorschläge für zeitgemäße und nutzerfreundliche E-Partizipation wurden im Rahmen eines Fachdialogs diskutiert. Die Erkenntnisse und Bausteine für eine Referenzarchitektur flossen in die Erstellung eines ersten Entwurfs für eine Referenzarchitektur ein. Dieser konnte Mitte 2017 auf einer Online-Plattform kommentiert werden, bevor die finale Fassung der Handreichung erarbeitet wurde.

Präsentation beim Fachkongress des IT-Planungsrats

Das Ergebnis des mehrstufigen Erarbeitungsprozesses wurde am 16. April durch Eva Pröbstel, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle Open.NRW, und Kathrin Bimesdörfer, Mitglied der Geschäftsführung der IFOK GmbH, im Rahmen des 6. Fachkongresses des IT-Planungsrats in Weimar vorgestellt. Ziel des Vortrags war es, den Anwesenden die Referenzarchitektur für E-Partizipationssoftware nicht nur vorzustellen sondern ihnen direkt Anknüpfungspunkte mitzugeben. Wie gelingt der Einstieg in die Online-Beteiligung? Welche Anwendungsfelder und Varianten gibt es? Welche Schnittstellen zur Verwaltung braucht es? Die Zuhörerinnen und Zuhörer bekamen viele Antworten und Anreize die Referenzarchitektur für die Gestaltung ihrer E-Partizipationsvorhaben zu nutzen.

Die Referenzarchitektur für E-Partizipationssoftware können Sie auf dem Open.NRW Portal herunterladen. Alle Zwischenberichte sowie eine detaillierte Beschreibung des partizipativen Erarbeitungsprozesses finden Sie auf der Website des IT-Planungsrats.

Autor: Johannes Bayer
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