Kommunen erproben Open Government

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Freitag, 4. August 2017

Kommunen erproben Open Government

So vielfältig ist kommunales Open Government in NRW

Ein interaktiver Dorfplatz, digitalisierte Stadtgeschichte oder die flächendeckende Messung von Luftschadstoffen. Es gibt zahlreiche gute Beispiele und Ideen wie Städte und Gemeinden kommunales Open Government gestalten können. Im Rahmen des Pilotprojekts Kommunales Open Government in NRW werden nun zehn Projekte umgesetzt.

Zehn Gemeinden und Gemeindeverbände in Nordrhein-Westfalen zeigen durch ihr Engagement und ihren Einfallsreichtum, wie Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit durch offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln praktisch umgesetzt werden kann. Alle Projekte vereint ihr innovativer Charakter, die Übertragbarkeit für andere Kommunen, die Breitenwirkung sowie die Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit mit Partnern der Zivilgesellschaft. Zugleich liefern die Projekte sehr unterschiedliche Ansätze für kommunales Open Government. Im Folgenden möchten wir Ihnen die Projekte kurz vorstellen.

Stadt Kerpen: Open Data – Veröffentlichung digitalisierter Archivalien und Medienbestände

Mit dem Projekt möchte die Stadt Kerpen die nötigen Voraussetzungen schaffen, alle Archivalien und Medienbestände aus den Findbüchern der Stadt sukzessive den Bürgerinnen und Bürgern als offene Daten bereitzustellen. Nach Veröffentlichung der Daten über eine eigene Plattform sollen die Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden. Über Kommentarfunktionen sollen sie die Möglichkeit haben, sich mit ihrem Wissen an der Aufarbeitung der Stadtgeschichte zu beteiligen. Die Vorgehensweise zur Bereitstellung der Daten und der Code der Plattform werden zudem kostenlos veröffentlicht und stehen damit ähnlichen Projekten anderer Städte zur Verfügung.

Stadt Paderborn: Erprobung eines Kollaborationskonzeptes für Open-Data-Projekte

Über die Einrichtung eines Open-Data-Portals möchte Paderborn die städtische Zusammenarbeit mit externen Akteuren erleichtern. Mit der Bereitstellung von Geodaten im Portal soll aufgezeigt werden, welchen Mehrwert offene Daten für Bürgerinnen und Bürger bieten können. Zwei Anwendungsprojekte sind bereits geplant: ein virtuelles Schulwegtraining sowie 3D-Visualisierungen zu Sichtbeziehungen und Schattenwurf von Windkraftanlagen.

KDVZ Rhein-Erft-Rur: Transparenz-Portal für Gremiendaten nach OParl-Standard

Die Kommunale Datenverarbeitungszentrale (KDVZ) Rhein-Erft-Rur plant die Schaffung eines interkommunalen Politik-Transparenz-Portals sowie die Veröffentlichung der Daten über kommunale Open-Data-Portale. Hierbei soll der ehrenamtlich entwickelte Standard OParl genutzt werden. Die Veröffentlichung aller Daten soll zudem automatisiert auf dem offenen Ratsinformationssystem "Politik bei uns 2" über eine Programmierschnittstelle, kurz API, erfolgen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Seite des KDVZ.

Stadt Moers: Offene Daten in Schulen

Mit Hilfe einfacher und erfolgreicher Beispiele möchte die Stadt Moers sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern die Angst vor einer Beschäftigung mit Open Data nehmen. Ziel des Projekts ist es, mit einem Leitfaden zur Nutzung offener Daten in Schulen und einer begleitenden Webseite das Interesse des Bildungsbereichs an offenen Daten zu fördern und praktische Anleitungen für den Einsatz im Unterricht zu geben. Darüber hinaus sollen auch den Datenbereitstellern in den Behörden interessante Nutzungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Stadt Münster: Lebenswerte und digitale Stadt Münster

Welche Daten sind für Familien besonders relevant? Wo werden die Daten erhoben und wie können sie bereitgestellt werden? Die Stadt Münster möchte in ihrem Projekt in einem moderierten Prozess zunächst die Informationsbelange der Bürgerinnen und Bürger ermitteln. Auf Basis der so gewonnenen Erkenntnisse soll eine Datenzulieferung durch Dritte – und letztlich die Entwicklung von praktischen Apps angeregt werden, die das Leben leichter machen.

Stadt Köln: Daten für die Stadt – Civic Tech als neues Kollaborationsmodell

Wie gut ist die Luft im Kölner Stadtgebiet? Das geförderte Civic Tech-Projekt zur Messung von Luftschadstoffen will schon bald umfassende Antworten geben. Das Prinzip: Mit entsprechenden Sensoren können im Baukastensystem eigene, kleine Messstationen errichtet werden. Ziel ist es, in der Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern einen flächendeckenden Ausbau und damit eine Abdeckung des gesamten Stadtgebiets zu erreichen. Die gewonnenen Daten sollen anschließend als Open Data bereitgestellt werden. Weitere Informationen sind unter auf der Seite von Offene Daten Köln eingestellt.

KDVZ Citkomm: Südwestfalen erleben mit Zahlen, Daten, Fakten

Ein zentrales Portal zur Datenbereitstellung und -pflege für alle Kommunen der Region Südwestfalen sowie entsprechende Schnittstellen – das ist das Ziel der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale (KDVZ) Citkomm. Begleitend zur Konzeptentwicklung und Pilotimplementierung der frei zugänglichen Plattform sind Informationsveranstaltungen und Schulungen vorgesehen.

Kreis Lippe: Bist du bereit? - Wege zum Open Government

Wesentliche Herausforderungen bei der Umsetzung von Open Government sieht der Kreis Lippe in der Verankerung des Themas in den Kommunen und in der Gesellschaft. Der Kreis Lippe hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Kommunen stärker für das Thema zu sensibilisieren, den Aufbau von zivilgesellschaftlichen Communities zu fördern und das kreative Potential der Bürgerinnen und Bürger in den Prozess einzubinden. Hierzu sind Vortragsreihen und Praxisworkshops geplant. In den Veranstaltungen soll mit den Teilnehmern eine schrittweise Umsetzung von Open Data mittels Datenmonitoring (OGD-Cockpit) und der Aufbau eines Open-Data-Portals als praktisches Ergebnis vorgestellt und diskutiert werden. 

Gemeinde Kranenburg: Erste Schritte – Open Government Gemeinde Kranenburg

Die Gemeinde Kranenburg möchte ihre Bürgerinnen und Bürger besser und einfacher informieren und vernetzen. Ziel ist es, nach Vorbild des interaktiven Dorfplatzes Mijnbuurtje-MIENTHUUS eine für die Bürgerinnen und Bürger leicht zugängliche, interaktiv nutzbare Struktur aufzubauen und die Gemeinde Kranenburg zugleich mit dem Online- und Offline Nachbarschaftsnetzwerk Mijnbuurtje-MIENTHUUS systematisch zu vernetzen. Im Laufe des Projekts entsteht ebenfalls eine interaktive „Soziale Karte“ sowie ein dorfweise wie dorfübergreifend auswählbarer Kalender. Die Entwicklung der Plattform können Sie auf der Webseite von MIENTHUUS verfolgen.

Gemeinde Stemwede: Ausweitung und Etablierung von Open Government Angeboten

Das Projekt der Gemeinde Stemwede zielt darauf ab, ein Open-Data-Portal für die Gemeinde aufzubauen sowie die Onlineangebote auszuweiten. Welche Möglichkeiten und Angebote für den Einsatz von Open Government geeignet sind, wird im ersten Schritt analysiert. Um in der Umsetzungsphase bestehende wie neue Angebote bei den Bürgerinnen und Bürgern bekannter zu machen sind Workshops, ein Infotag sowie passende Projektarbeit in Schulen geplant.

Autor: Johannes Bayer
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