Kumpel Krefeld gewinnt NRW Hackathon

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Dienstag, 6. September 2016

Kumpel Krefeld gewinnt NRW Hackathon

Gute Stimmung und viele tolle Ideen für das Leben in NRW

Das Ergebnis des zweiten NRW Hackathons: viele tolle Ideen für nützliche Apps und Bots und zwei völlig überraschte Erstplatzierte mit einer Idee, die so manchen Stress auf dem Amt vermeiden könnte.

Ich will einen Antrag bei der Stadtverwaltung stellen und muss erstmal einen Berg komplizierter Formulare durcharbeiten. Wie praktisch wäre es da, wenn ich einen Kumpel hätte, der sich mit sowas auskennt und mir mal eben per Chat alle meine Fragen beantwortet. Das dachten sich auch Theo Steinhardt und Michael Tjupalow. Sie haben kurzerhand einen solchen Kumpel ins Leben gerufen und damit am Samstag (03.09.2016) den ersten Platz beim NRW Hackathon belegt. „Wir haben da gar nicht mit gerechnet“, sagt Theo Steinhardt, dem man die Freude deutlich ansieht. Der 28-jährige Kommunikationsdesigner hat erst vor kurzem ein eigenes Startup-Unternehmen gegründet. „Die Idee für den ‚Kumpel Krefeld‘ kam mir vor zwei Wochen, da habe ich spontan Michael angesprochen, ob er nicht mit mir zusammen am Hackathon teilnehmen will. Wir wohnen im selben Haus und ich wusste, dass er Wirtschaftsinformatik studiert.“

Kumpel Krefeld hilft durch den Antragsdschungel


Der Kumpel Krefeld, ist ein sogenannter Bot, also quasi ein Roboter, mit dem man sich über einen Messenger unterhalten kann, ähnlich wie bei Whats App, Threema oder SIMSme. Das Besondere: er kennt sich bestens mit den städtischen Angelegenheiten in meiner Stadt aus, schlägt mir die für mich passenden Antragsformulare vor, füllt sie für mich aus und macht auch persönliche Termine, egal ob es um Elterngeld, den Kitaplatz oder die Anerkennung im Ausland erworbener Zeugnisse geht. Der Kumpel kann sämtliche Sprachen sprechen und ich kann sogar direkt meine Dokumente hochladen- soweit die Idee der beiden jungen Dortmunder. Beim NRW Hackathon haben sie dazu einen Prototypen entwickelt.

Clevere und völlig unterschiedliche Ideen

Insgesamt 83 Programmiererinnen und Programmierer und andere Open Data Interessierte sind der Einladung von Open.NRW zum zweiten NRW Hackathon gefolgt. Einen ganzen Tag lang haben sie in Teams Ideen entwickelt, wie man die offenen Daten der Landesverwaltung nutzen kann, um das Leben in Nordrhein-Westfalen zu erleichtern, - mit Bots, Apps und anderen Programmen. „Ich bin wirklich beeindruckt, was für clevere und völlig unterschiedliche Ideen präsentiert wurden“, sagt Hartmut Beuß, Beauftragter der Landesregierung für Informationstechnik. „Nicht nur die Gewinnerteams, auch alle anderen haben gezeigt, wie nützlich offene Daten für den Alltag sein können.“

Zweiter Platz für Mobilitysharing


Dementsprechend knapp fiel auch das Ergebnis aus. Die Siegerteams wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst gewählt. Dabei musste es zwei Stichwahlen geben. Am Ende landete das Team „Mobilitysharing “ auf dem zweiten Platz. Die drei Entwickler haben eine Idee erarbeitet, um Car Sharing und Bike Sharing Angebote in der Umgebung schnell zu finden. „Wenn wir Mobilität schneller und umweltfreundlicher machen wollen, müssen wir verschiedene Verkehrsmittel nutzen und diese auf einen Blick finden“, sagt Teammitglied Ernesto Ruge von ruhrmobil-E, einem Verein für Elektromobilität.

GOTO.nrw: Wie finde ich den perfekten Wohnort?

Den dritten Platz belegte das Team „GOTO.nrw“. Ihre App Idee hilft dabei, den perfekten Wohnort in Nordrhein-Westfalen zu finden. Man kann seine persönlichen Präferenzen angeben, wie Verkehrsanbindung, Sicherheit, Freizeit, Kultur, Bildung oder Arbeitsmarkt, und bekommt angezeigt, welche Regionen diesen Kriterien am stärksten entsprechen.
„Wir freuen uns sehr, dass mit „Mobility Sharing“ und „GOTO.nrw“ zwei Ideen auf den Siegerplätzen gelandet sind, die in unsere Themenbereiche Verkehr und Wohnen hineinspielen“, sagt Susanne Foltis vom NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, die selbst beim  NRW Hackathon vorbeigeschaut hat. „Das Thema Open Data spannt sich über alle Ministerien der Landesregierung“, erklärt Hartmut Beuß. „Daher sind nicht nur wir, sondern auch die anderen Häuser sehr interessiert, wie sich die Ideen des Hackathons in den nächsten Monaten weiterentwickeln“. Allein fünf Ministerien waren beim Hackathon vertreten.

App Ideen auch beim Open.NRW Kongress


Wie es mit den Ideen des Hackathons weitergehen soll, wird auch ein Thema beim Open.NRW Kongress  am 26.10.2016 in Duisburg sein. Im Gespräch mit Hartmut Beuß werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hackathons ihre Ideen noch einmal präsentieren. „Wir wollen auch den Menschen, die sich noch nicht mit dem Thema Open Data beschäftigt haben, zeigen, wie nützlich offene Daten und deren Anwendungen im Alltag sein können“, erklärt Hartmut Beuß. Neben Open Data stehen bei dem Kongress auch die beiden anderen Themenbereiche der Open.NRW-Strategie, Bürgerbeteiligung und Zusammenarbeit, im Mittelpunkt. Jede/r ist herzlich eingeladen zum Zuhören und Mitdiskutieren.

Der Open.NRW Kongress: Infos und Anmeldung

Beitrag zum NRW Hackathon auf wdr.de

Rocket Girls: Open Data Workshop der Stadt Moers für Mädchen und Frauen

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