Mitreden über Gleichstellung im Netz

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Dienstag, 26. Juli 2016

Mitreden über Gleichstellung im Netz

Alle können mitmachen!

Sich vernetzen, Ideen teilen, Erfahrungen austauschen - Wie kann man das Internet noch besser für das Thema Gleichstellung nutzen? Das NRW-Ministerium für Emanzipation hat eingeladen zur Onlinebeteiligung. 

Jasna Strick ist in einer Kleinstadt aufgewachsen. Dort gab es keine feministischen Veranstaltungen, keine Gruppen, denen sie sich hätte anschließen können, keine Demonstrationen oder Filmvorführungen. Erst durch das Internet hat die Feministin gelernt, ihre Stimme zu erheben und sich an Diskussionen zu beteiligen. Deshalb stellt sich für sie nicht die Frage, warum es sinnvoll ist, dass Feministinnen für ihre Botschaft das Internet nutzen, sondern „warum nicht“?

Das klingt logisch und trotzdem - Obwohl heute alle technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sich über Kommunen und Bundesländer hinaus zu vernetzen, in kürzester Zeit Gleichgesinnte zu finden und Ideen und Erfahrungen in Echtzeit auszutauschen, wird das noch immer nicht von jeder genutzt. „Jede Gleichstellungsbeauftragte in jeder Kommune hat zum Beispiel eigene Ideen und Erfahrungen, da ist das Internet eine große Chance, sich miteinander zu vernetzen“, sagt Meike Hartwig, Referentin für Frauenpolitik in der digitalen Gesellschaft beim Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA).

Jede kann mitreden

Deshalb setzt sich das MGEPA dafür ein, die Gleichstellung im Netz zu fördern. Auf einem Onlineportal können sich alle Interessierten an einer Umfrage beteiligen. „Wir möchten von den Teilnehmerinnen wissen, inwieweit sie das Internet schon für ihre Arbeit oder ihre Botschaften nutzen, welche Vorteile sie selbst darin sehen und vor allem, wo noch Schulungsbedarf besteht“, erklärt Hartwig.

Auf einer Ideenplattform kann zudem jede ihre Ideen zum Thema Gleichstellung im Netz einbringen und die Vorschläge der anderen kommentieren. Neben sogenannten Webinaren, also Onlineseminaren zu Gleichstellungsthemen, kommt auch der Wunsch nach gezielten Social Media Schulungen für Gleichstellungsbeauftragte vor.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Meike Hartwig und ihre Kolleginnen freuen sich über jede Idee. Die Ergebnisse werden ausgewertet und fließen  im Herbst in eine Veranstaltung für die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten ein. „Wir hoffen, dass wir danach konkret sagen können, ob und an welchen Stellen Fortbildungsbedarf besteht“, sagt Hartwig. Denkbar wären aber auch ganz andere Angebote wie zum Beispiel eine eigene Plattform, auf der sich die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen austauschen und zum Beispiel auch Dokumente hochladen können oder Internetcoachings bei denen Digital Natives die Gleichstellungsbeauftragten an ihrem Arbeitsplatz über einen längeren Zeitraum beraten.

Noch bis Montagabend (01.08.2016) können Interessierte ihre Ideen einbringen. Und auch sonst lohnt sich ein Blick auf das Portal. In einem Blog befassen sich Frauen mit ganz unterschiedlichen spannenden Hintergründen mit dem Thema Feminismus online/offline. Dort können Sie dann beispielsweise auch erfahren, wie Jasna Strick das Internet für ihre Botschaften nutzt.

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