NRW auf dem Digital Social Summit 2019

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Dienstag, 5. März 2019

NRW auf dem Digital Social Summit 2019

Open Government und Zivilgesellschaft – Erfahrungen aus NRW

Auf dem ersten Digital Social Summit in Berlin diskutierten gemeinnützige Organisationen, Stiftungen und sonstige Interessierte, wie der digitale Wandel in der eigenen Organisation und gesamtgesellschaftlich gelingen kann. Die Geschäftsstelle Open.NRW war gemeinsam mit der Stadt Köln und dem Open Knowledge Lab Köln ebenfalls vor Ort und präsentierten in einer eigenen Session ihre Erfahrungen zur Frage, wie Open Government Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammenbringen kann.

2007 feierte die größte deutsche Digitalkonferenz, die re:publica, in der Kalkscheune in Berlin ihr Debut. 11 Jahre später kamen erneut hunderte Menschen an diesem Ort zusammen, um über die Digitalisierung und ihre Bedeutung für die Gesellschaft zu diskutieren. Im Fokus des ersten Digital Social Summit stand dabei die Frage, welche Chancen und Herausforderungen der digitale Wandel für die Zivilgesellschaft, ihre Organisationen und Vereine mit sich bringt. Das Interesse mitzudiskutieren war groß und so folgten zahlreiche Ehrenamtliche, Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen, Führungskräfte aus Non-Profit-Organisationen und viele weitere Interessierte der Einladung der Veranstalter.

Über 80 Speaker laden zum Austausch ein

Genauso beeindruckend wie das große Interesse der Anwesenden war das, was der Veranstalterkreis aus drei Stiftungen, zwei Ministerien, einem Verband und einem Thinktank für die zwei Tage auf die Beine gestellt hatte. Über 80 Speaker boten 40 Sessions in sechs thematischen Tracks an. Die Diskussionen waren damit ähnlich vielfältig wie die Formate. In den Lightning Talks, Workshops und Best-Practice-Präsentationen ging es thematisch unter anderem um die Fragen, wie die eigene Organisation digitalisiert und ehrenamtliches Engagement neu entfacht werden kann sowie um verschiedene Möglichkeiten des Bergens von Datenpotentialen. Allen Vorträgen und Gesprächen gemein war der Wunsch der Beteiligten, die Digitalisierung selbst mitzugestalten und sie als Chance zu nutzen – für ihre Organisation und gesamtgesellschaftlich.

Die Stimme der Zivilgesellschaft sollte gestärkt aus dieser Veranstaltung hervorgehen. Denn bereits die Eröffnungsdiskussion zeigte, dass diese Stimme notwendig ist, um die Digitalisierung als gesamtgesellschaftlichen Prozess diverser, nutzerfreundlicher und demokratischer zu gestalten. Die Diskutierenden waren sich einig, dass etablierte Institutionen und die Politik Räume für zivilgesellschaftliche Akteure schaffen müssen, in denen sie sich ausprobieren und neue Wege einschlagen können.

Wie Open Government Verwaltung und Zivilgesellschaft näher zusammenbringt

Wie solche Räume und Möglichkeiten der Kooperation zwischen Zivilgesellschaft und Verwaltung aussehen können, zeigte die Geschäftsstelle Open.NRW zusammen mit der Stadt Köln und dem Open Knowledge Lab Köln in einer gemeinsamen Session. Köln und die dort ansässige Open-Data-Community ist nicht zuletzt seit dem Pilotprojekt Open Government in NRW, einem Förderprojekt, welches durch die Open.NRW Geschäftsstelle realisiert wurde, ein erfreuliches Beispiel, wie Open Government das Land, Kommunen und die Zivilgesellschaft zusammenbringen kann. Unter dem Motto #DatenFuerDieStadt ging die Stadt Köln im Rahmen des Pilotprojektes neue Wege und initiierte ein Kollaborationsprojekt, in dem Verwaltung, Zivilgesellschaft, Open-Data-Community und Wissenschaft gemeinsam daran arbeiteten, mithilfe von Stickstoffoxid-Sensoren Daten zur Luftqualität der Stadt zu erheben. Die dort gewonnenen Erfahrungen wurden in der gemeinsamen Session vorgestellt und mit den Interessierten an drei Themeninseln diskutiert.

Neben dem gemeinsamen Projekt zu Stickstoffoxid-Sensoren stellten die Beteiligten weitere Beispiele für Open Government und die Umsetzung in der Zivilgesellschaft vor. An unserer Themeninsel gab es ein besonders großes Interesse für das vom Bund als „Modellkommune Open Government“ geförderte Projekt Serviceportal auf Basis des Ratsinformationssystems“, erklärte Jayan Areekadan von der Stadt Köln. Bei den Diskussionen wurde ein weiteres Mal deutlich, wie wichtig die Beteiligung der Zivilgesellschaft für solche Projekte ist und dass nutzerzentrierte und niedrigschwellige Angebote für die Beteiligung geschaffen werden müssen.

„Für uns war die Session eine schöne Möglichkeit, über den NRW-Tellerrand zu schauen und neue Perspektiven kennen zu lernen,“ erklärte Anna-Katharina Rudolf von der Open.NRW Geschäftsstelle. Eine Erkenntnis der Diskussion war, dass das Land auch weiterhin Räume zum Erfahrungsaustausch und für Möglichkeiten der Zusammenarbeit schaffen sollte. Neben einem besseren Austausch und mehr Beteiligung ist aber auch die Information wichtig. So wurde in den Diskussionen deutlich, dass der Nutzen der offenen Daten aus NRW noch besser aufgezeigt werden muss. Dieser könnte als Inspiration für andere Akteure, die sich mit den Daten auseinandersetzen möchten, dienen. Das war auch eine Erkenntnis, die Wolfram Eberius vom Open Knowledge Lab Köln für sich mitnahm: „Als OK Lab müssen wir uns noch öfter die Frage stellen, wie wir mit den offenen Daten noch einen größeren gesellschaftlichen Mehrwert schaffen können.“

Autor: Johannes Bayer
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