Open Data Day in Köln

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Montag, 16. März 2015

Open Data Day in Köln

Treffen der Datenversteher

Es gibt einige Tage im Jahr, an denen Menschen an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt dasselbe tun: an Weihnachten, am Valentinstag, an Halloween oder auch am Internationalen „Open Data Day“.

Von San Francisco bis Auckland, von Kapstadt bis Stockholm kamen am 21. Februar (2015) überall Programmierer, Hacker und andere Interessierte zusammen, um über offene Daten zu sprechen, zu programmieren oder Projekte vorzustellen. Allein in Deutschland fand der „Open Data Day“ in zwölf verschiedenen Städten statt, darunter Münster, Wuppertal und Köln.

140 Datasets auf dem Portal der Stadt Köln

Mit rund zwanzig Teilnehmern war die Kölner Veranstaltung in der „Coworking Cologne Bottfabrik“ gut besucht. Programmierer, Journalisten und Studenten waren in die Kölner Südstadt gekommen, um sich über (offene) Daten auszutauschen. Mit dabei: Jayan Areekadan aus der Dienststelle E-Government und Online-Dienste der Stadt Köln. Er präsentierte das Open-Data-Portal der Stadt.

Darauf stellt Köln sämtliche offene Daten zur Verfügung, die die Stadtverwaltung im Laufe ihrer Arbeit sammelt. Aktuell verfügt das auf Drupal und DKAN basierende Portal über 140 Datasets und 550 Ressourcen. Außerdem sind auf den Portalseiten derzeit 17 Anwendungen externer Programmierer verlinkt, die auf den Daten aus dem Open-Data-Portal basieren.

„Veedel-Dating“ und Inklusion

Was man aus offenen Daten noch alles Spannendes zaubern kann, haben die Teilnehmer auch direkt beim Kölner Open Data Day unter Beweis gestellt. In Kleingruppen entwickelten und programmierten sie bis in den frühen Abend an verschiedenen Anwendungen. Während eine Gruppe die Inklusions-Schulen der Stadt auf einer Karte darstellte, bastelte eine andere an einem „Veedel-Dating“ für Neu-Kölner: Wenn der User verschiedene Auswahlkriterien angibt, wird ihm der Stadtteil vorgeschlagen, der am besten zu ihm passt.

Computer im Kölsch-Deckel

Eine andere schräge aber sehr vielversprechende Neuheit präsentierten Matthias Krauß und Tim Becker von der „Press Any Key UG“, den sogenannten Kölsch-Deckel (^^dkl). Dahinter verbirgt sich ein Open-Source-Embedded-Einplatinencomputer, der in Kooperation mit der Stadt Köln entwickelt wird. Das bierdeckelgroße Gerät verfügt über vielfältige Anschlüsse (USB, Wifi, Ethernet, Audio, Bluetooth, SD-Card, Pins) und ist einerseits als Peripherie-Gerät an einen Computer anschließbar. Andererseits kann das Gerät auch selbst als Computer genutzt werden, an den man dann weitere Peripherie-Geräte anschließen kann.

Die kleinen Computer können Signale aussenden, die dann per Bluetooth auf die Smartphones der User übertragen werden. So etwas könnte irgendwann zum Beispiel in Museen genutzt werden. Man würde das bierdeckelgroße Gerät dann an bestimmten Ausstellungsstücken anbringen, um Informationen oder kleine Videos auf die Handys der Besucher zu übertragen. Derzeit sucht die Stadt Köln nach weiteren Anwendungsideen. Die besten sollen prämiert, bewertet und umgesetzt werden.

„OK Labs“ und „Code for Germany“

Als Organisator des Open Data Days, hat „OK Lab Köln“ natürlich auch seine Arbeit vorgestellt. Das Projekt, auch bekannt unter dem Namen Code for Germany wurde von der Open Knowledge Foundation Deutschland  in Partnerschaft mit Code For America  entwickelt. Ziel ist es, auch in Deutschland Entwicklungen im Bereich Transparenz und Open Data zu fördern. In vielen Städten gibt es bereits eigenständige „Code for“-Teams bzw. „OK Labs“, u. a. in Berlin, Chemnitz, Dresden oder Hamburg. In Nordrhein-Westfalen treffen sich  „OK Labs“ in Münster, Paderborn oder auch Köln. Was man aus Daten alles schaffen kann, haben sie schon durch viele Anwendungen gezeigt, von der Weihnachtsmarkt-App bis hin zum Verzeichnis von Kitas und Schulen . Vielleicht gibt es ja bald auch die ersten Anwendungen mit den Daten aus dem Open.NRW Portal.

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