Open Data für meine Stadt: Aachen

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Donnerstag, 23. April 2015

Open Data für meine Stadt: Aachen

Serie: Die Open Government Strategien der Kommunen in NRW

Wo finde ich barrierefreie Parkplätze, wie viele Sportplätze gibt es und welche Vornamen sind in meiner Stadt der Renner? Viele spannende Daten werden von den Kommunen gesammelt und immer mehr Städte bieten diese Daten als Open Data an. In unserer Serie stellen wir sie vor: die Open Data Vorreiter.

Aachen ist eine der jüngsten Open Data Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Nach viel Recherche und zahlreichen Sitzungen und Besprechungen wurde das Open Data Portal am 31. Oktober 2014 bei einem Open Data Day freigeschaltet. Verantwortlich ist ein dreiköpfiges Team der Stadt Aachen mit Unterstützung des IT-Dienstleisters regio IT. Ein Interview mit Andra Mainz und Norbert Dödtmann, Informations- und Kommunikationsmanagement der Stadt Aachen:

Warum haben Sie sich als Kommune zu Open Government bekannt?

Die Stadt Aachen sieht sich als innovative und moderne Kommune. Deshalb war das Thema „Open Government Data“ ein wichtiger Baustein für uns, in Außen- und auch in Innenwirkung diesen Innovationswillen zu zeigen. Wir sehen nicht nur die positiven Effekte des wirtschaftlichen Nutzens für sich bildende Unternehmen, sondern auch Synergieeffekte für unsere Kolleginnen und Kollegen, die Daten zentral an einer Stelle abrufen können. So werden identische Datenbestände in verschiedenen Organisationseinheiten vermieden.

Welche Strategie verfolgen Sie mit Ihrem Portal?

Wir verfolgen die Strategie, allen Nutzern ein Datenangebot zur Verfügung zu stellen, welches den Open Data Grundsätzen entspricht. In einem ersten Schritt werden somit wichtige Kriterien wie Maschinenlesbarkeit, Vollständigkeit etc. geprüft. Dies übernehmen die einzelnen Fachbereiche. In einem zweiten Schritt wird der Datensatz dann einer Arbeitsgruppe vorgestellt. Hier erfolgt noch einmal eine dezidierte Prüfung hinsichtlich Datenschutz etc. anhand eines Kriterienkatalogs. Die Vorgehensweise in Aachen haben wir in einem Strategiepapier festgehalten, welches als Handlungsgrundlage dienen soll und das wir auch bald auf dem Portal veröffentlichen.
Zunächst erfolgt der Betrieb des Open Data Portals für ein Jahr ohne zusätzliche Mittel und Personalressourcen. Innerhalb dieses Jahres organisieren wir regelmäßige Reviews mit allen Beteiligten, bei denen wir nicht nur Zugriffszahlen, Arbeitsstunden und Manpower betrachten, sondern auch neue Ideen austauschen. Nach Ablauf des Jahres erfolgt die endgültige Entscheidung, wo dieses Themenfeld dauerhaft angesiedelt wird.
Außerdem planen wir einen Open Data Wettbewerb, voraussichtlich für 2016. Wie dieser ausgestaltet wird, ist allerdings noch offen. Denkbar wäre eine Kooperation mit anderen Städten, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen oder sonstigen Institutionen.

Wie bekommen Sie ein Gefühl für den Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer des Portals?

Über unsere E-Mailadresse können Bürgerinnen und Bürger Daten gezielt anfragen. In Zukunft wollen wir auch zusammen mit der Wirtschaftsförderung auf die Unternehmen zugehen, um Wünsche abzufragen. Des Weiteren ist ein Treffen mit Entwicklern aus der Aachener Region geplant.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Der Open Data Day am 31.Oktober 2014, der durch Herrn Dr. Lothar Barth, Dezernent für Personal und Organisation, eröffnet wurde, war ein voller Erfolg. Daraus folgten diverse Dialoge mit anderen Verwaltungen aus der Umgebung und Entwicklern, die viele neue Anreize geschaffen haben.
Auch der Enthusiasmus vieler Kollegen, aus ihren Abteilungen spannende Daten zu liefern, begeistert uns immer wieder.

Welche Fehler haben Sie gemacht? Was würden Sie heute anders machen?

Da das Aachener Open Data Portal noch nicht lange im Echtbetrieb ist, ist es schwer, schon ein erstes Resümee zu ziehen. Entwicklungsbedarf besteht nach unserer Sicht noch immer in der Verbreitung des Themas, vor allem innerhalb der Verwaltung. Hier wollen wir in Zukunft, auch durch Informationen aus den Städten Köln, Bonn und Moers, die schon viel Erfahrung gesammelt haben, noch intensiver tätig werden.

In welcher Form tauschen Sie sich mit anderen Open Data Kommunen aus?

Mit den Städten Bonn, Köln und Moers treffen wir uns regelmäßig zum Austausch. Die Ergebnisse dieser Treffen sollen dann auch bei Sitzungen mit anderen Kommunen aus dem Rheinland vorgestellt werden. Wir vier verstehen uns insbesondere auch als Ansprechpartner für Kommunen, die noch kein Konzept haben.

Welche Tipps haben Sie für Kommunen, die auch gern mit einem Open Government Portal starten wollen?

Austausch mit anderen Kommunen sowie Kommunikation innerhalb der Verwaltung sind eine ganze entscheidende Grundlage. Wichtig ist es, Mitspieler zu finden bei einem Thema, welches für viele Verwaltungen noch Neuland ist und einen Paradigmenwechsel erfordert.

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