Open Government als weltweite Bewegung zur Verwaltungsmodernisierung

transformasi.png
Mittwoch, 13. Januar 2016

Open Government als weltweite Bewegung zur Verwaltungsmodernisierung

Ein Blick über den Tellerrand: Transformasi (For the English version please see below!)

In den verschiedensten Ecken der Welt wird Open Government als Bewegung zur Modernisierung von Verwaltung angestoßen. So auch in Indonesien. Das Projekt Transformasi (Transforming Administration – Strengthening Innovation) ist ein Kooperationsprojekt der indonesischen Regierung und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), realisiert durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Gefördert werden soll die Einrichtung einer wirksamen, effizienten, rechenschaftspflichtigen und bürgerorientierten Verwaltung. Frau Angkasa von der GIZ besuchte die Geschäftsstelle Open.NRW, um über ihr Projekt zu berichten und um sich von Open.NRW inspirieren zu lassen. 

Da Indonesien am Open Government Partnership teilnimmt, spielt das Thema auch im Transformasi Programm eine wichtige Rolle: es ist ein Werkzeug der Verwaltungsmodernisierung.

Die Verwaltung selbst profitiert am meisten von Open Data

Der Austausch in Düsseldorf begann mit dem Thema Open Data. Für Frau Angkasa und im Transformasi Programm ist eine der größten Herausforderungen, die Verwaltung selbst vom Nutzen von Open Data zu überzeugen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Open Data zur Modernisierung von Verwaltung und Gesellschaft beitragen kann. Transformasi hat dabei den Ansatz, in Pilotregionen gezielt Herausforderungen der Verwaltungsmodernisierung zu unterstützen. Ein Beispiel hierfür ist die Registrierung der Einwohner vor allem in ländlichen Gebieten, eine Voraussetzung für die Erfüllung einer ganzen Reihe von Aufgaben der öffentlichen Verwaltung.

Durch Open Data entsteht im ersten Schritt ein klareres Bild innerhalb der Verwaltung: die Sammlung der Daten kann überprüft und synchronisiert werden, als Voraussetzung für Maßnahmen zur Verbesserung der Datenqualität. Dieser Ansatz wird derzeit im Banyuwangi District der Pronvinz East Java pilotiert.

Die Voraussetzungen in NRW sind natürlich anders, aber auch hier gilt: die Verwaltung kann der größte Profiteur von Open Data sein. Oft beginnt es mit dem Schritt des Datenmonitorings. Open Data schafft einen Überblick über die vorhandenen Informationen und Daten über alle Abteilungen hinweg und stellt einen einfachen Zugriff sicher.

Kooperation mit der Zivilgesellschaft

Eine weitere Parallele zu Open.NRW ist die Kooperation mit der Zivilgesellschaft. Frau Angkasa war besonders beeindruckt wie in NRW die Experten eingebunden werden und der Kontakt beispielsweise zu den OK Labs gepflegt wird. Das Anliegen ist es, auf allen Ebenen Zivilgesellschaft und Verwaltung zu vernetzen. Hier müssen beide Seiten, sozusagen die Angebots- und Nachfrageseite, zusammengebracht werden.

Auch für Open.NRW gibt es viele Parallelen zu dem Projekt in Indonesien. In Jakarta besteht eine strategische Partnerschaft mit dem Open Data Lab der World Wide Web Foundation (Tim Berners-Lee), da es keine vergleichbare Struktur der OK Labs gibt. In Indonesien sind vor allem auch die Herausforderungen der Kooperation über die Ebenen hinweg ähnlich. Da der Widerstand in den Ministerien zu groß ist, versucht das Programm auf lokaler Ebene für Pilotprojekte zu werben.

Strukturen in NRW

Da das Transformasi Programm noch am Anfang steht, konnte sich der internationale Besuch von den Strukturen in NRW inspirieren lassen. Auch in Indonesien steht man vor der Herausforderung die Menschen mitzunehmen. Besonders klar müssen die Erwartungen an ein solches Projekt kommuniziert werden. Auch hier gilt eine Mischung aus online und offline.

Viele Fragen sind in Indonesien noch ganz unbeantwortet: Wie kommuniziert man mit verschiedenen Teilen der Gesellschaft und wie überzeugt man diejenigen mit der Entscheidungsgewalt? Auch in Indonesien existiert ein großer Vorbehalt gegenüber der Öffnung von Daten: Was ist der Vorteil und was geschieht mit den Daten danach?

Obwohl sprachlich und kulturell ein großer Unterschied besteht, hat der Besuch aus Indonesien gezeigt, dass sich die Themen des Open Government und dessen Unterstützung wohl weltweit den gleichen Herausforderungen stellen müssen.

English

A glimpse outside the box: Transformasi

In different corners of the world open government is mostly initiated as part of a larger modernization process of public administration-as well as in the case of Indonesia. TransformasiI is a cooperation programme between the Government of the Republic of Indonesia and the Government of the Federal Republic of Germany (Federal Ministry for Economic Cooperation and DevelopmentBMZ), implemented by the Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Ms. Angkasa by GIZ visited our offices in order to report on her project and to be inspired by Open.NRW.

Since Indonesia is part of the Open Government Partnership, the topic is also an important component in the Transformasi programme: It is used as an instrument to modernize public administration.

Public administration benefits the most from open data

The visit in Düsseldorf began with a discussion about open data. For Ms. Angkasa and the Transformasi programme the biggest challenge is to convince the public administration of the benefits of open data. Most important is the question how open data contributes to the modernization of public administration and society in general. The attempt of the Transformasi programme is to support pilot schemes and regions. One of many challenges is to register all residence, especially in rural areas.

With the help of open data a clear picture of processes within the public administration is being formed. As a prerequisite for measures for improving data quality, the collection of data can be reviewed and synchronized as well. This approach is being tested in Banyuwangi, district of the province East Java.

Of course requirements are different in North Rhine-Westphalia (NRW) but the same is true: The public administration can benefit the most from open data. In most cases the first step is some kind of data monitoring. Open data provides for an overview of all available information and data in all different departments of the public administration and provides for an easy access.

Cooperation with civil society

Another similarity to Open.NRW is the cooperation with civil society. Ms. Angkasa was impressed especially by how experts are integrated and contacts are being cultivated with Code for Germany. The aim is to connect with all levels of civil society and public administration. Both sides, the supply and demand side, have to be brought together.

Also for Open.NRW there are similarities to Transformasi in Indonesia. In Jakarta there is a strategic partnership with the Open Data Lab of the World Wide Web Foundation (Tim-Berners-Lee), since there is not a comparable structure similar to Code for Germany. In Indonesia the challenges to cooperate with different levels of civil society and public administration are similar as well. Since the resistance of the ministries is yet too strong, the programme tries to implement pilot projects on a local level.

Structures in NRW

Since the Transformasi programme is just starting out our international visitor was able to bring back home some inspiration. Also the project in Indonesia faces the challenge to win people over. Expectations for the project have to be communicated very clear. Here applies a mixture of online and offline measures as well.

Many important questions in Indonesia are not answered yet. How do you communicate with various sectors of society and how do you convince those in power of decision? Also in Indonesia there is a great reservation when it comes to opening data: What is the advantage and what happens to the data afterwards?

Although linguistically and culturally there are many differences, our visitor from Indonesia showed that the issues of open government and its support have to face the same challenges worldwide.

  • Deutsch
  • English