Open.NRW: Open Data für meine Stadt: Wesel

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Dienstag, 15. September 2015

Open.NRW: Open Data für meine Stadt: Wesel

Serie: Die Open Government Strategien der Kommunen in NRW

Wo finde ich barrierefreie Parkplätze, wie viele Sportplätze gibt es und welche Vornamen sind in meiner Stadt der Renner? Viele spannende Daten werden von den Kommunen gesammelt und immer mehr Städte bieten diese Daten als Open Data an. In unserer Serie stellen wir sie vor: die Open Data Vorreiter.

Nach den Städten Köln, Bonn und Moers zieht nun auch die Stadt Wesel nach und öffnet ihre Daten. Das Thema Open Data ist bei der Stadt Wesel dem Team der Informationstechnik zugeordnet. Hier arbeiten Markus Schotten, Sachbearbeiter, und Horst Bohm, GIS-Koordinator und Datenbankadministrator, gemeinsam daran, die Daten der Stadt Wesel öffentlich zugänglich zu machen. Das Interview wurde mit Markus Scholten geführt.

Warum haben Sie sich als Kommune zu Open Government bekannt?

Die Stadt Wesel möchte Ihre Kommunikation ausbauen und einen Schritt in die Zukunft gehen. Open Data bietet sich für die Stadt an, da wir zum einen über gute Möglichkeiten zur Datenkonvertierung verfügen und zum anderen immer wieder feststellen, dass die sekundäre Nutzung von Daten tolle Ergebnisse liefern kann, es aber mitunter mühselig ist, an die gewünschten Rohdaten zu kommen. Das wir durch Open Data die Abgabe von Daten entbürokratisieren und auf Sicht die Transparenz der Verwaltungsarbeit optimieren sind zusätzliche relevante Gründe für unseren Entschluss gewesen.

Welche Strategie verfolgen Sie mit Ihrem Portal?

Wir erhoffen uns, dass unser Angebot angenommen wird und zusätzliche Mehrwerte durch die Nutzer geschaffen werden. Schön wäre zudem, wenn durch unser Beispiel andere Behörden motiviert werden, diesen Weg einzuschlagen und die Stadt Wesel in Zukunft offene Daten anderer Behörden mitnutzen könnte.

Wie bekommen Sie ein Gefühl für den Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer?

Wir stehen noch am Anfang. Das aktuelle Angebot wurde quasi im „stillen Kämmerlein“ erarbeitet. Wir haben zunächst Daten ausgewählt, die bereits im Internetangebot der Stadt zu finden sind oder bei der Statistischen Dienststelle häufig angefragt werden. Darüber hinaus haben wir versucht, die wichtigsten geografischen Grundlagendaten bereitzustellen. Derzeit arbeiten wir an einem hausinternen Datenmonitoring und hoffen über Feedback von Nutzern des Portals Anregungen zu erhalten.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Es ist einfach schön, das Ziel erreicht zu haben, mit einem Open Data Portal online zu sein. Das wir als relativ kleine Stadt auch noch viele Datei-Formate anbieten können, ist nicht selbstverständlich.

Welche Fehler haben Sie gemacht? Was würden Sie heute anders machen?

Offensichtliche Fehler sind nicht gemacht worden. Die Kommunikation des Themas innerhalb der Verwaltung ist sicherlich nicht optimal gelaufen. Das ist alleine aber schon dem Umstand geschuldet, dass das Thema Open Data als freiwillige Leistung einer Kommune in der Mitarbeiterschaft und Führung als zusätzliche Aufgabe betrachtet wird, die auch noch sehr technisch geprägt ist. Bei der Einführung von OpenData sollte unbedingt darauf geachtet werden, rechtzeitig das Interesse und Verständnis für die Vorteile offener Datenbestände innerhalb der Verwaltung zu wecken.

In welcher Form tauschen Sie sich mit anderen Open Data Kommunen aus?

Wir arbeiten in einer Arbeitsgruppe beim Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) gemeinsam mit anderen Städten am Thema. Nutzbares Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist das CKAN-Portal des KRZN.

Welche Tipps haben Sie für Kommunen, die auch gern mit einem Open Government Portal starten wollen?

Wir gehören schon zu den Kommunen, die von der Vorarbeit der Pioniere profitieren. Es gibt mittlerweile sehr viel hilfreiches Material in Form von Gutachten, Stellungnahmen und Untersuchungen. Der Austausch mit Kommunen, die bereits online sind, ist ungeheuer hilfreich. Elementar für die Realisierung eines Open-Data Portals ist die Unterstützung durch die Verwaltungsführung. Sie sollte so früh wie möglich vom Thema überzeugt werden. Open Data ist kein Selbstläufer und bindet mindestens personelle Ressourcen. In Zeiten knapper Kassen, die geprägt sind vom Personalabbau, ist es daher nicht leicht, Führsprecher für eine freiwillige Aufgabe zu finden, die zudem auf Dauer und Wachstum angelegt ist.

Vielen Dank für das Interview!

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