„Wann passiert endlich was? Hoffentlich bald!“

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Dienstag, 29. September 2015

„Wann passiert endlich was? Hoffentlich bald!“

im Interview Julia Kloiber, Projektleiterin bei der Open Knowledge Foundation

Julia Kloiber ist Projektleiterin bei der Open Knowledge Foundation und engagiert sich für freies Wissen. Momentan arbeitet sie an dem Projekt Code for Germany, dessen OK Labs wir in unserer Serie OK Labs NRW vorstellen. Im Interview berichtet sie von ihren spannenden Tätigkeiten und gibt Einschätzungen zur Zukunft von Open Data. 

Liebe Frau Kloiber, vielen Dank, dass Sie sich für Open.NRW und ein Gespräch Zeit nehmen. Können Sie uns zu Beginn erklären, was es mit der Open Knowledge Foundation und Code for Germany auf sich hat?

Die Open Knowledge Foundation hat vor 3,5 Jahren ganz klein als gemeinnütziger Verein angefangen. Mittlerweile sind wir um die 20 Mitarbeiter. Fokus unserer Projekte ist Freies Wissen, mit dem Schwerpunktthema Open Data. In den ersten Jahren haben wir uns fast ausschließlich auf die Öffnung von Daten fokussiert. Irgendwann waren dann auch die ersten Daten geöffnet und es gab die ersten Datenportale. Dann kam aber der Punkt, dass kaum etwas mit den offenen Daten passiert ist. Die Daten wurden nicht genutzt, weil die Leute entweder nicht Bescheid wussten, oder die Datensätze nicht spannend genug waren oder den technischen Anforderungen nicht entsprochen haben. Dann kam immer die Nachfrage: Ihr habt doch gesagt, wenn die Daten offen sind, dann tut sich was im Bereich Innovation und Wirtschaftsförderung. Deswegen haben wir vor zwei Jahren angefangen, uns intensiv damit zu beschäftigen, wie man Communities aufbauen kann, wie kann man die Daten nutzen, wie kann man daraus digitale Werkzeuge entwickeln und wie kann man auch ganz junge Menschen einbinden. Uns war klar: Um die Öffnung weiterer Daten anzustoßen, brauchte es Best Practices. Beispiele, die zeigen, warum offene Daten nützlich sind.

Welche Projekte betreuen Sie und finden in der nächsten Zeit statt?

In zwei Wochen findet zum Beispiel Jugend hackt statt. Da Code Literacy ein großes Thema ist, wollen wir das Thema weiter voranbringen. Vor allem wollen wir die jungen Menschen unterstützen: Lernt programmieren und lernt wie ihr es für euch und die Gesellschaft einsetzen könnt. Nicht nur das Schieben von Baustein A nach B, sondern wie man auch mit bestimmten Fähigkeiten politisch Einfluss nehmen kann.

Ein anderes Projekt ist Coding Davinci. In diesem Projekt arbeiten wir mit Museen und Bibliotheken und vielen Institutionen im Bereich Kultur aus ganz Deutschland zusammen. Wir versuchen Daten aus den Archiven zu öffnen, denn Kulturinstitutionen sitzen auf spannenden Daten. Hier wollen wir zeigen, was aus diesen Daten entstehen kann: Was können beispielsweise für Navigationstools für Archive entwickelt werden?

Wir arbeiten auch an mehreren EU Projekten. Eins zum Thema offene Finanzdaten. Hier geht es darum, wie man die Finanzdaten öffnen und besser darstellen kann: Was für Formate gibt es auf der technischen Ebene? Zusätzlich veranstalten wir auch immer mal wieder Hackathons. Code for Germany ist eines der größeren Projekte bei der Open Knowledge Foundation.

Verfolgen Sie eine bestimmte Strategie bei der Open Knowledge Foundation?

Wir arbeiten momentan an unserer Strategie für nächstes Jahr. Es gibt immer einen Themenfokus für das jeweilige Jahr. Dieses Jahr war oder ist Civic Tech ein Themenfokus. Das beinhaltet die Frage, welche Tools aus den Daten entstehen können. Jetzt überlegen wir gerade, was für nächstes Jahr der große Themenfokus sein kann. Dadurch, dass wir schon relativ groß sind, decken wir natürlich auch eine große Bandbreite ab. Grundsätzlich ist es bei Open Data einfach irre schwierig in Deutschland den Überblick zu behalten und ständig auf dem neuesten Stand zu sein: Was ist wo geöffnet? Weil es eben nicht von einer zentralen Bundesstelle aus Richtlinien gibt, was wie offen sein muss und in welchen Formaten. Es tut sich einiges, aber ich würde mir wünschen, dass es von oberster Stelle aus Anordnungen gibt, was zur Verfügung gestellt werden muss. So wird es auch den Ländern und Kommunen einfacher gemacht. Sie befinden sich ständig in einer Rechtsunsicherheit, bei der sie nicht wissen, wie, wo und was dürfen wir rausgeben und da auch berechtigterweise vorsichtig sind. Man will sich sicher sein, dass man nur Dinge veröffentlicht, die dann wirklich anonym sind und mit denen man kein Risiko eingeht.

Als Projektleiterin von Code for Germany sind Sie von vielen Tech-Themen umgeben. Wie sind Sie zur Open Knowledge Foundation gekommen und was ist ihr Hintergrund? Haben Sie sich schon immer für Open Data und Open Government interessiert?

Ich hab Design studiert im Bachelor und im Master Neue Medien in den Niederlanden. Vorher hab ich in einer Kommunikationsagentur gearbeitet und Kampagnen gemacht und bin dann über den Master über Frag den Staat auf die Open Knowledge Foundation gekommen. Vor dreieinhalb Jahren habe ich angefangen Projekte zu machen, irgendwie wurden die Projekte dann immer größer. Mich hat es interessiert abstrakte Dinge so zu kommunizieren, dass sie einer breiteren Masse zugänglich gemacht werden, besonders im Tech Bereich.

Jetzt arbeite ich an dem neuen Modul von Code for Germany, wo es darum geht, wie man die Projekte gemeinsam weiter professionalisieren kann und Leute dazu anregen kann, mehr Tools im Bereich Datenschutz und Data Literacy zu entwickeln. Es ist ein Förderprogramm, in dem Prototypen und die ehrenamtliche Arbeit weitergebracht werden soll. Wir wollen den Leuten die Möglichkeit geben ihre Ideen umzusetzen.

Wie gestaltet sich Ihre Aufgaben als Projektleiterin für Code for Germany?

Momentan kümmere ich mich zur Hälfte meiner Zeit um das Fundraising, damit wir nächstes Jahr auch noch weiter bestehen können. Fiona Krakenbürger aus unserem Team macht Community-Management und kümmert sich um die OK Labs. Eileen Wagner übernimmt einen Großteil unserer Kommunikation und macht die Stadtgeschichten. Laura Dornheim hilft uns auch mit Fundraising und Kommunikation. Ich kümmere mich auch ein wenig um die Öffentlichkeitsarbeit und koordiniere das Team und mache alles, was sonst noch anfällt. Es ist alles kunterbunt gemischt. Momentan bin ich viel im internationalen Ausland unterwegs. Das internationale Netzwerk Code for all organisiert Konferenzen, bei denen man mitbekommt, was alles in dem Bereich passiert und was andere machen.

Das bedeutet, dass das Team gerade wächst?

Ja, die Leute merken, dass es ein Projekt ist, bei dem man schnell andocken kann und Dinge schnell umsetzen kann. Bei vielen Leuten sieht es in der Arbeitsrealität eher anders aus: Bei großen Organisationen geht es meist langsam und schleppend voran. Dann ist es ganz erfrischend, wenn man beispielsweise eine Rubrik wie die Stadtgeschichten machen kann und am nächsten Tag ist sie eben schon da, fertig und veröffentlicht.

Gab es für Sie eine Art Durchbruch in den Projekten?

Ich bin ein relativ ungeduldiger Mensch, deswegen sind die Entwicklungen für mich immer noch relativ schleppend. Seit 3,5 Jahren hat sich einiges getan und auch auf Bundesebene gibt es ein Portal. Aber eigentlich ist es so ein dankbares, tolles Thema das man einfach mal auf die Agenda setzen muss und man sagen muss: Wir machen das jetzt einfach mal. Da gibt es eigentlich nicht viele Hürden und Hindernisse, die man noch nehmen muss. Man muss einfach nur mal beschließen, dass man das jetzt macht. Davon gehen auch keine Gefahren und Nachteile aus, es ist erwiesen, dass Open Data gut für die Wirtschaft ist, als auch für Bürgerinnen und Bürger, die beginnen sich einzumischen und zu partizipieren. Deswegen frage ich mich: Wann passiert endlich was? Hoffentlich bald!

In den Ländern gibt es tolle Initiativen und auch in den Städten. Hamburg engagiert sich beispielsweise sehr. Man sollte Open Data auch auf Bundesebene stärker in den Fokus rücken. Dennoch glaube ich, dass wir sind auf einem guten Weg sind. Die ersten Ministerien fangen an, Hackathons zu veranstalten und lassen sich auf neue Formate ein. Es ist wirklich nur eine Frage der Zeit bis alle mitmachen und sich dem Thema annehmen.

Sticht für Sie ein Grund hervor, warum die Politikebene noch nicht energisch genug hinter dem Thema steht?

Mir ist es ehrlich gesagt ein Rätsel, warum das Thema nicht schon längst höher auf der Agenda steht. Es ist vielleicht auch ein Thema, was schwierig zu kommunizieren ist. Am Anfang fehlen eben die Erfolgsgeschichten, auf denen man aufbauen kann. Ich glaube aber auch, dass es intern für die Verwaltung einen immensen Vorteil hat, wenn man dort Daten besser austauschen kann.
In vielen Ländern kann man die Vorteile und Entwicklungen beobachten: In Japan oder Großbritannien zum Beispiel gab es immer einen massiven Schub für Open Data, wenn es eine Krise oder Katastrophe gab. In Japan war es der Tsunami. Im Nachhinein benötigte man den Zugriff auf viele Daten um den Menschen zu helfen und die Auswirkungen der Katastrophe einigermaßen zu koordinieren. Der Hurrikan Katrina in New Orleans löste auch eine große Anfrage für offene Daten aus. In Großbritannien gab es den Spesenskandal oder in den USA war es der Amtswechsel vor einigen Jahren. Danach gab es eine große Transparenz-Offensive.

Anscheinend braucht es ein Momentum, das vermehrt zu offenen Daten und auch der Nachfrage danach führt. Vielleicht wird die Flüchtlingskrise in Deutschland und auch auf europäischer Ebene unser Momentum. Momentan gibt es noch relativ schlechte Daten, aber in einem Jahr sieht die Situation vielleicht schon ganz anders aus. Dann haben wir mehr Daten und können wichtige Fragen beantworten: Wie sehen beispielsweise die Flüchtlingsströme aus?

Wenn Sie zurückblicken, gibt es etwas, das Sie anders machen würden?

Ich hätte gerne nach wie vor ein Fellowship, wie in den USA. Code for America machen hauptsächlich diese Innovation Fellowship Programme, bei denen sie dreier Teams für ein Jahr lang in die Verwaltung integrieren. 20 Städte in den USA können sich bewerben, die so etwas machen wollen. Zehn Städte bekommen dann ein team zur Seite gestellt, das relativ offen an eine Problemstellung herangeht und erstmal die Situation analysiert und Interviews führt, um das Problem dann innovativ lösen zu können und gegebenenfalls dafür auch ein Tool entwickelt. Dies können auch interne Tools sein, die zum Beispiel einem Gefängnis helfen, die Betten besser zu verwalten. Oder auch Systeme, die Obdachlosen sms senden für ihre Essensmarken, anstatt diese per Post zu verschicken, da die Zielgruppe ja oftmals keinen festen Wohnsitz hat. Die dreier Teams bestehen aus einer Person für die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, aus einem Designer und einem Entwickler. Wenn man von außen kommt und mit anderen Lösungsstrategien an die Dinge herangeht, findet man oft simple und gute Lösungen.

So was wollte ich in den Anfängen von Code for Germany auch etablieren. Die Städte, an die wir am Anfang herangetreten, sind fanden die Idee super, es ist aber leider an der Bürokratie gescheitert. Es war unklar, wie dieses Team angestellt und beschäftigt sein kann und vor allem, wie man diese Fellowships ausschreiben muss,  da es ja sehr offen ist und eine breite Herangehensweise gefordert ist. Wenn man der Verwaltung nicht klar machen kann, welches Produkt am Ende herauskommt, wird es schwierig einen solchen Prozess in die Wege zu leiten. Auch Obama hat sogenannte „Presidential Innovation Fellows“. Da kommen Leute aus der Tech-Industrie für ein Jahr lang in das Weiße Haus. Die Verwaltung greift sich das Wissen ab und wird inspiriert. So etwas würde ich mir für Deutschland wünschen.

Wo sehen Sie Code for Germany in zwei Jahren? Was würden sie Sich für die Zukunft wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass die OK Labs sich überlegen zu eigenen kleinen Organisationen zu werden und stärker zu wachsen und dass sich daraus neues entwickelt. In Hamburg können wir die Entwicklung schon sehen, dass sich auch Startups schon ausgründen aus den Labs. Dort haben die Leute auch EU-Förderungen für ihr Projekt bekommen und machen aus ihrer Freizeitbeschäftigung nun einen Vollzeitjob. Schön wäre auch, dass die OK Labs noch enger mit den Städten zusammenarbeiten. Im Moment ist es so, dass die Beziehungen zu den Städten zwar aufgebaut werden, dies aber noch viel enger verknüpft sein kann.

Wenn wir momentan nach unserer Wirkung gefragt werden, geht es nicht so sehr um die Apps, sondern der Kern des Projekts ist vor allem der Beziehungsaufbau und das Zusammenbringen von verschiedenen Akteuren, um somit Projekte und Ideen anzuregen. Aber in zwei Jahren fände ich es toll, wenn nicht nur die Beziehungen ausgeprägter sind, sondern auch tolle Vorzeigeprojekte, die aus solchen Beziehungen hervorgegangen sind, existieren. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man nicht nur mit Politik und Verwaltung, sondern auch mit anderen Vereinen und Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeitet und kooperiert. So, dass ein großes Netzwerk entsteht.

Ist der Beziehungsaufbau mit den OK Labs in größeren Städten einfacher?

Es kommt darauf an, welche Ansprechpartner man in den jeweiligen Städten in der Verwaltung hat. In einer kleineren Stadt kann es ebenso einen innovativen Bürgermeister geben. Da kann sogar schneller etwas passieren, da kein großer Apparat dahintersteckt, wie zum Beispiel in Berlin. In Berlin gibt es die verschiedenen Bezirke, die alle ihre Strukturen haben und deswegen ist es relativ schwierig etwas Neues anzustoßen. Gerade in einer kleineren oder mittleren Stadt könnte ich mir ein Innovation Fellowship sehr gut vorstellen. Am Ende sind es oft die Bürgermeister, wie in den USA, die solche Dinge auf den Weg bringen. Dann sitzt auch das Innovations-Team direkt eine Tür vom Bürgermeister entfernt und bekommt die wichtigen Dinge direkt vor Ort mit.
In den ganz kleinen Kommunen kann es schwierig sein, ausreichend Interessierte zu finden. Aber da fast alles auf virtuellen Plattformen stattfindet, stellt das auch kein großes Problem mehr dar.

Glauben Sie, dass es an der Inspiration aus dem Ausland und der Vernetzung dorthin mangelt?

Ich habe beispielsweise mit dem VBB in Berlin zu Verkehrsdaten gearbeitet und die sind wirklich gut vernetzt. Die holen sich viele Leute aus den skandinavischen Ländern für Workshops und ihre Inspiration. Wahrscheinlich ist es sonst ein finanzielles Ressourcenproblem. Deswegen fehlt es oftmals an Kooperationen mit dem Ausland.
Grundsätzlich sind Europäer auch nicht gut im Geschichten erzählen. Da sind die Amerikaner viel fitter. Sie sprechen auch viel über Erfolge und feiern diese auch. In Deutschland wird viel darüber geredet, was nicht klappt aber nicht darüber, was schon gut funktioniert. Erfolge zu feiern bringt auch viel Energie und Motivation an den Dingen weiter dranzubleiben.

Wie würden Sie Deutschland im europäischen Vergleich einordnen?

Das Standard-Narrativ ist immer „Deutschland hinkt bei Open Data hinterher“. Aber ich gehe dazu über, zu überlegen, was die Alleinstellungsmerkmale und die Chancen für Deutschland sind. Große Chancen gibt es tatsächlich in dem Bereich Datenschutz, die in den anderen Ländern nicht als Schwerpunkt vorhanden ist. Um das Thema lassen sich viele spannende Tools und Entwicklungen bauen. In dem Bereich sollte Deutschland seine Chance nutzen.

Wenn man mit Leuten von Code for America spricht, warten alle darauf, dass sich im Bereich Datenschutz etwas in Deutschland entwickelt, weil die Themen hier bewegen und präsent sind. Deswegen verwundert es, dass es nicht viel mehr verschlüsselte Tools aus Deutschland gibt. Man hat momentan in Deutschland zwar kein Silicon Valley oder etwas vergleichbares, aber die Vorteile im Bereich Open Data sind die Qualität der Daten. Es braucht zwar etwas länger, weil man skeptischer ist in Deutschland, aber am Ende spricht die Qualität für sich. Man könnte dennoch generell etwas experimentierfreudiger sein. Man sollte das Narrativ, Deutschland sei hinterher, durchbrechen, die Chancen nutzen und einfach loslegen. Den Chaos Computer Club beispielsweise gibt es seit rund 30 Jahren. Da gibt es eine große Entwicklerkultur, zu der es im Ausland kein Äquivalent gibt.

Haben Sie einen Tipp für NRW und besonders Open.NRW, wie wir Open Government und Open Data weiter voranbringen können?

Auch international kommt es gut an, dass man verschiedene Akteure an einen Runden Tisch holt. Das ist genau der richtige Schritt. Man setzt sich einfach zusammen und überlegt, wie man das Thema weiter gestalten kann. So kann man auch mit Communities arbeiten und Innovationen fördern. In Berlin gab es so etwas ähnliches, aber ich glaube NRW ist da Vorreiter.
Alleine dieses Interview und die Serie mit den OK Labs zeigt, dass NRW dran bleibt und die wichtigen Geschichten erzählt.

Was man noch kommunizieren kann sind Best-Practice-Beispiele, die man nicht nur innerhalb der Bundesländer, sondern auch darüber hinaus kommunizieren sollte und somit die Zusammenarbeit anstoßen sollte. Es ist eine tolle Überlegung auch auf die Kommunen zuzugehen und dort Anreize zu schaffen. Ich finde es total spannend, was sich gerade in NRW tut.

Wie würde Ihre Traum Open Data und Open Government Welt aussehen?

Im Idealfall wäre alles offen, was nicht geheim ist: Open by default. Dann muss man sich auch nicht durch den Datenwald kämpfen und suchen. Wenn man dann eine Anwendung schreibt, kann diese für alle genutzt werden, auch für die ganze Bundesrepublik. Dann kommen auch Leute aus dem Ausland und benutzen die Datensätze für bereits existierende Anwendungen. In der Traumwelt fokussiert man sich nicht auf die Ebenen von Kommunen und Land, sondern sieht Open Data in einem viel breiteren Kontext.

Wenn wir beispielsweise Wetterdaten freigeben, dann benutzen diese Daten nicht nur Startups aus Deutschland, sondern auch ein Startup aus Japan, was zum Beispiel Versicherungen verkauft. Die Idee sollte als viel größer gesehen und verstanden werden. Wir legen einfach mal alles offen was wir haben und überlegen, was dann der nächste Schritt ist. Wie könnte man beispielsweise Unternehmen anregen, auch Daten zu öffnen. Auch Bürgerinnen und Bürger können bei Geodaten helfen, um sie auf dem aktuellsten Stand zu halten. Wenn Daten von einer sehr großen Community genutzt werden, werden sie auch dementsprechend gut gepflegt. In der Zukunft werden Daten ein wichtiger Rohstoff sein. Da gibt es wirklich tolle Chancen, wenn alles offen ist und genutzt wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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