Webgis.nrw gewinnt den #NRWHack 2017

Montag, 6. November 2017

Webgis.nrw gewinnt den #NRWHack 2017

#NRWHack-Gewinner wollen mit offenen Daten die digitale Bildung in Schulen stärken

Nordrhein-Westfalen und seine Geschichte mit Hilfe offener Daten besser an Schülerinnen und Schüler vermitteln – mit dieser Idee überzeugten sieben Teilnehmer des dritten #NRWHack das Publikum. Mit dem Preisgeld von 5000 € wollen die Gewinner das webgis.nrw nun weiterentwickeln.

Offene Daten sind nicht nur Zahlenreihen und komplexe Listen. In den offenen Daten des Landes stecken Geschichten und Geschichte. Auf die Suche nach diesen machten sich beim dritten #NRWHack Dr. Thomas Bartoschek, Sven Böhme, Felix Erdmann, Thomas Haas, Martin Over, Gerald Pape und Nico Steffens. Ihre Idee: Mit Hilfe des Geoinformationssystems Webgis.NRW Themen aus allen Bereichen der Gesellschaft für einen modernen Schulunterricht in NRW aufzubereiten und über ein einfaches User-Interface zugänglich machen. „Wir arbeiten teilweise seit mehr als zehn Jahren mit Schulen zusammen“ erklärt einer der Gewinner. „Dabei ist uns immer wieder aufgefallen, dass bei vielen Lehrkräfte noch große Unsicherheit im Umgang mit digitalen Tools im Unterricht vorherrscht.“ Webgis.nrw soll diese Unsicherheit abbauen und die vielfältigen offenen Daten des Landes den Schülerinnen und Schülern einfach zugänglich machen.

Diese Idee überzeugte das Publikum und auch Hartmut Beuß, Chief Information Officer (CIO) des Landes NRW und Schirmherr des NRW Hackathons, war begeistert von der Anwendung des Gewinnerteams: „In den offenen Daten des Landes stecken so viele unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten. Wenn die Daten künftig Schülerinnen und Schülern helfen Nordrhein-Westfalen besser kennenzulernen und zu verstehen, dann ist das ein großer Gewinn für das Land.“

Einwohnerzahlen, Wahlergebnisse oder Arbeitslosenzahlen – über das webgis.nrw lassen sich unterschiedlichste Daten des Landes mit wenigen Klicks visualisieren. „Wir wollen, dass das webgis.nrw in möglichst vielen Fächern zum Einsatz kommt, nicht nur in Erdkunde,“ so der Anspruch der Gruppe. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen die Gewinner das Preisgeld investieren und ihre Anwendung weiterentwickeln.

Wenn Mitreisende und Metallkästen mit einem plaudern

Dass mit offenen Daten auch ganz andere Anwendungen möglich sind, zeigen die anderen Gruppen des Hackathons. Das Team bahn.space möchte beispielsweise mit ihrer Anwendung Bahnfahrten sozialer machen. Installiert man ihre App auf dem Handy, kann man beim Einsteigen in einen Zug auch gleichzeitig einem virtuellen Raum beitreten. Die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit für die Weiterfahrt oder nach einem Mitreisenden zum Plaudern soll so erleichtert werden. Auch offene Daten kommen zum Einsatz und informieren die Reisende über Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke oder über aktuelle Störungen auf ihrer geplanten Route. Mit dieser Idee belegte das Team den zweiten Platz beim #NRWHack.

Ebenfalls um Mobilität ging es beim Team EFAlexa. Die Gruppe nahm die Challenge vom Kompetenzcenter Marketing NRW (KCM NRW) an und entwickelten einen Skill für Alexa. „Alexa wie komme ich am schnellsten an mein Ziel?“ Mit dieser Frage startete das Team ihre Präsentation und sofort erklang eine Frauenstimme, die dem Publikum die Reiseroute erklärte. Vom KCM NRW wurde das Team für diese Vorstellung mit einem Sonderpreis belohnt, vom Publikum mit dem dritten Platz.

Mit offenen Daten zu kreativen Ideen und zurück

Auch die anderen Teams stellten kreative Anwendungsmöglichkeiten für die Geo- und Mobilitätsdaten des Landes vor. „Ich bin wirklich begeistert, was für clevere und völlig unterschiedliche Ideen präsentiert wurden“, sagt Hartmut Beuß. „Nicht nur die Gewinnerteams, auch alle anderen haben gezeigt, welches Potential in den offenen Daten des Landes stecken“

Ein großes Potential der offenen Daten erkannte auch ein anderes Team des Hackathon. Sie wollten mit Hilfe der Verkehrszählungen auf Autobahnen die Parkplatzsuche für LKW-Fahrer vereinfachen. Die Idee war einfach und clever, doch dann verschwanden im Datensatz immer wieder LKWs oder tauchten als PKWs wieder auf. Die Teilnehmer nahmen es jedoch mit Humor. Spaß hatte es trotzdem gemacht und vielleicht finden sich ja andere Anwendungsmöglichkeiten für die Daten.

Spaß haben, kreativ sein und im Austausch mit anderen Ideen für die offenen Daten des Landes entwickeln – der #NRWHack war auch dieses Mal ein voller Erfolg. „Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Ideen des Hackathons in den nächsten Monaten weiterentwickeln“, ergänzte Hartmut Beuß. Wie die letzten Jahre zeigen, ist der #NRWHack auch häufig erst der Anfang auf dem Weg zu einer hilfreichen Anwendung und einem Geschäftsmodell. Wie das funktionieren kann und wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hackathon Unterstützung für ihre Idee finden, konnten sie am Tag zuvor beim Geodaten-Freitag erfahren. Wir dürfen also gespannt sein, was mit den Ideen des #NRWHack und den offenen Daten des Landes künftig passiert. Eine Antwort darauf erhalten wir sicherlich beim nächsten #NRWHack.

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