Wuppertal setzt auf Open Data Bewegung

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Dienstag, 8. September 2015

Wuppertal setzt auf Open Data Bewegung

Serie: OK Labs in Nordrhein-Westfalen

„Wir bezeichnen uns nicht als Nerds - wir sind vor allem Utopisten“, so erklärt Sam Zeini, Mitglied der Initiative Opendatal aus Wuppertal, die Einstellung der Gruppe. Das Wuppertaler OK Lab, bestehend aus der Initiative Opendatal und dem Hackerspace /dev/tal e.V. nimmt sich den Open Data-Herausforderungen der Stadt Wuppertal an. Als OK Lab, unterstützt durch die Open Knowledge Foundation, werden Open Data- und Bürgerprojekte unterstützt und initiiert. In unserer Serie stellen wir sie vor: die OK Labs in Nordrhein-Westfalen. 

Die Open Knowledge Foundation unterstützt mit ihrer Initiative Code for Germany die Entstehung von Projekten und Anwendungen rund um offene Daten. Im Rahmen von Code for Germany entstehen deutschlandweit mehrere sogenannte OK Labs, die Entwickler, Web-Designer und Open-Data-Interessierte in ganz Deutschland zusammen bringen soll. In den OK Labs wird sich nicht nur über Daten ausgetauscht: es sollen eigene Tools entwickelt werden um offene Daten für Bürgerinnen und Bürger nutzbar zu machen.

Mittlerweile sind in ganz Deutschland 19 dieser OK Labs gegründet worden. Eines davon in Wuppertal - auch hier sollen Projekte und Anwendungen rund um offene Daten gefördert werden. Ralf Glörfeld, Mitglied der Gruppe, berichtet über die Zusammenarbeit: „In den Städten werden die gleichen Erfahrungen gemacht: Was für Daten gibt es? Wie kommt man an die Daten heran? Wenn der Austausch hier gelingt und man sich ergänzen kann, wächst die Zusammenarbeit. Die Prozesse werden nach einer Zeit einfacher und unsere Arbeit von der breiten Öffentlichkeit besser wahrgenommen“.

Open Data fördern und einsetzen

Gegründet hat sich die Initiative nach dem Open Data Day im Februar 2012. Dieser findet jährlich statt, um die Bekanntheit und die Potenziale von offenen Daten voranzutreiben. Auch im Februar 2015 haben unter dem Motto „Wie kommt Wuppertal über den Berg?“ interessierte Bürgerinnen und Bürger, Programmiererinnen und Programmierer und zahlreiche kreative Köpfe über Open Data diskutiert. Nach mehreren Gesprächen war klar: Wir wollen etwas verändern und in Wuppertal für offene Daten sorgen.

Anfangs war es für die Initiative schwer, sich bei den Bürgerinnen und Bürgern und auch bei der Stadt Gehör zu verschaffen. 2015 kam dann der Durchbruch: Auf dem bundesweiten Portal der offenen Ratsinformationssysteme Politik bei uns sind nun auch für die Wuppertalerinnen und Wuppertaler die Daten ihrer Stadt zugänglich. Der Antrieb der Gruppe ist klar: „Es ist ein schönes Werkzeug für Bürgerinnen und Bürger, um sich intensiver mit der eigenen Stadt und den Prozessen in der Stadt auseinander zu setzen. Wir wollen den Leuten wieder einen neuen Zugang zu ihrer eigenen Stadt bringen und Lokalpolitik wieder spannend machen“, erklärt Christopher Reinbothe von Opendatal.

Open Government und Open Data in Wuppertal

Durch mehrere Gespräche ist auch eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal entstanden. Die Stadt veröffentlicht mittlerweile einige ihre Daten als csv-Dateien, damit diese nicht nur barrierefrei zugänglich sind, sondern auch weiterverarbeitet werden können - auch ein Erfolg der Initiative. In einem sogenannten „Rats-TV“ werden außerdem die Ratssitzungen der Stadt im Internet übertragen.

Neben der Vernetzung zu den anderen OK Labs in Deutschland, pflegt die Initiative auch Kontakte zu zahlreichen Bürgerinitiativen und Institutionen. Darunter auch die Fahrradstadt Wuppertal, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und TransZent, das Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit an der Bergischen Universität Wuppertal.

Tal, so? Talomat!

Um den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wuppertal offene Daten näher zu bringen, hat die Initiative Opendatal und das OK Lab Wuppertal bereits mehrere Projekte auf den Weg gebracht. Darunter das Projekt Tal,so?, eine spezielle Suchmaschine von und für Wuppertal. Hier lassen sich alle Informationen der Stadt finden: Ob man einen Arzt in der Nähe sucht oder sich über die neuen Tierbabys aus dem Wuppertaler Zoo informieren möchte.

Auch der Talomat ist ein Projekt der Wuppertaler Initiative. Angelehnt an den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung, soll der Talomat für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2015 die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf spielerische Weise informieren. Die Thesen des Talomat konnten von Wuppertalerinnen und Wuppertalern selber initiiert werden. Dazu wurden per Mail und per Post seit Februar 2015 Anregungen gesammelt. Die zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten beantworteten dann diese Thesen und gaben eine kurze Erklärung ab. Die Motivation hinter Tal, so? und dem Talomat erklärt Mitbegründerin Ann-Cathrin Klappert wie folgt: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern eine Chance geben, sich frühzeitig in Gestaltungsprozesse einzubringen und sich auch dementsprechend zu informieren. Die Leute müssen wissen, wo man die richtigen Informationen bekommt - dafür setzen wir uns ein“.

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